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Xanten
Grünes Licht für die braune Tonne

Xanten. Ab 1. Juli gibt es auch in Xanten Biotonnen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt stimmte der Einführung einstimmig zu. Umstritten ist dagegen die neue Reglung für die Papiersäcke. Von Dirk Möwius

Grünabfall bequem und sauber entsorgen, das wird im neuen Jahr auch in Xanten möglich sein. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt gab grünes Licht: Eine 240 Liter fassende Biotonne wird bei zweiwöchentlicher Leerung zunächst 40 Euro im Jahr kosten. Die Einführung des neuen Angebots wird zum 1. Juli erfolgen, so dass Bestellungen und Auslieferungen der Gefäße im Frühjahr erfolgen können. Das Angebot ist freiwillig; wer selbst kompostiert oder seinen Grünschnitt zum Wertstoffhof bringt, muss sich nicht anmelden. Die Entsorgung im Wertstoffhof bleibt kostenlos.

Eine fast bizarre Diskussion entwickelte sich aber um die Papiersäcke, mit den man in Xanten bisher auch Laub, Rasen oder Grünschnitt auf Anmeldung entsorgen kann. Das von der Stadtverwaltung mit dem Entsorger Schönmackers ausgehandelte Paket sieht vor, die aufwändigen Touren für die Papiersäcke einzuschränken. Pro Jahr sollen nur noch sieben Grünschnittabfuhren durchgeführt werden. Außerdem soll die Verkaufsgebühr für einen Gartenabfallsack auf 2 Euro verdoppelt werden. Da streikten FBI und BBX. Während sich die FBI vor allem daran stört, das die Abfuhr nicht mehr regelmäßig erfolgt, hält die BBX die Kostensteigerung um 100 Prozent für zu hoch. Michael Reuter von der FBI nannte die neue Terminansetzung mit nur noch sieben statt 26 Terminen für die Säcke einen "Witz". Im Sommer würden sich dann bei ihm "tausende Säcke" sammeln. Warum er dann nicht lieber ein oder zwei Biotonnen nimmt und damit viel Geld spart, erklärte er aber nicht. "Eine Steuererhöhung durch die Hintertür" nannte Werner Paessens (BBX) die Anhebung. Er forderte die Verwaltung auf, offenzulegen, was die Abfuhr der Papiersäcke tatsächlich kostet. Was durchaus ein Eigentor werden könnte, vor dem Bürgermeister Thomas Görtz ihn warnte. Bisher würde diese Abfuhr durch die Restmüllgebühr subventioniert. Rechne man genau nach, werde man merken, dass auch zwei Euro keinesfalls reichen. Am Ende wurde getrennt abgestimmt.

Während die Biotonne im Grundsatz von allen genehmigt wurde, gab es vier Gegenstimmen gegen den neuen Ansatz für die Papiersäcke - wobei auf die konkrete Preisregelung noch verzichtet wurde. Der Betrag soll nun wie für alle Gebühren im Rahmen der Haushaltsberatungen festgelegt werden.

Nicht beantwortet werden konnte von der Verwaltung die Frage, ob die Biotonnen wie in anderen Städten üblich (etwa bei der Enni in Moers und Neukirchen-Vluyn) einmal im Jahr vom Entsorger gereinigt werden.

Quelle: RP
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