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Xanten
Kinderhilfswerk Gomel sucht neue Gastfamilien

Xanten. Seit 1993 hat das Kinderhilfswerks Gomel zahlreichen Kindern aus der von der Nuklearkatastrophe bei Tschernobyl betroffenen Region unbeschwerte Ferientage am Niederrhein ermöglicht. Die Alpener SPD war von Anfang an im Boot und lädt seitdem Kinder und Gastfamilien zu einem Grillnachmittag auf dem Bönninghardter Waldspielplatz ein. "Wir wurden damals angefragt, ob wir nicht einen Programmpunkt beisteuern wollen und haben spontan zugesagt" erklärt Jörg Banemann. Seit einigen Wochen glänzt der größte Spielplatz am Niederrhein mit zahlreichen neuen Spielgeräten wie etwa die große Rutschröhre. Klar, dass die von den 40 Gastkindern gemeinsam mit ihren Feriengeschwistern sofort in Beschlag genommen wurde. "Manche sind zum zweiten oder dritten Mal hier, sie freuen sich immer wieder darauf, gemeinsam zu spielen. Wir haben sogar eine Mutter aus Gomel dabei, die früher als Kind hier war und jetzt mit ihrem Kind gekommen ist", so Banemann, der mit seinen Parteifreunden Würstchen grillt oder Getränke ausschenkt. Der Vereinsvorsitzende der Alpener Gomel-Hilfe bedauert, dass es zunehmend schwieriger wird, Gastfamilien zu finden: "Die Situation in den Familien hat sich in den vergangenen 25 Jahren verändert, oft sind beide Ehepartner berufstätig und wir können die Kinder nicht alle tagsüber betreuen." Von Erwin Kohl

Weil es am Niederrhein mittlerweile keine ähnlichen Vereine mehr gibt, führt das zwangsläufig zu weiteren Wegen. "Es kommen nur noch 60 Prozent der Kinder in Gastfamilien aus Alpen oder den Nachbarorten unter. Die restlichen Kinder haben wir von Straelen bis Kranenburg untergebracht. Sogar aus Osnabrück und Bonn kamen schon Anfragen, aber die mussten wir natürlich ablehnen", berichtet Hainke. Sandra Fahr aus Moers und ihr Mann haben gleich zwei Kinder aus Gomel aufgenommen und bereuen diese Entscheidung nicht. "Die beiden sind für uns eher eine Bereicherung als eine Belästigung. Sie sind wie ältere Geschwister für unseren zweijährigen Sohn", versichert die Gastmutter. Die Hälfte der Zeit hat ihr Mann sich Urlaub genommen, die andere Hälfte sie. Auch wenn die Verständigung weitestgehend "mit Händen und Füßen" erfolgt, steht für Sandra Fahr fest: "Beim Abschied werden Tränen fließen, aber ich denke, dass wir im nächsten Jahr wieder dabei sind." Vielleicht wird sie dann ja auch Mitglied im Alpener Ableger des Kinderhilfswerks Gomel, Manfred Hainke würde es jedenfalls freuen: "Wir sind 130 Mitglieder, aber nach 25 Jahren überaltert. Uns fehlt der Nachwuchs."

Quelle: RP
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