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Xanten
Leader-Projekt soll Flüchtlinge begleiten

Xanten: Leader-Projekt soll Flüchtlinge begleiten
Regionalmanagerin Kristin Hendriksen (l.)und Beate Pauls kümmern sich um das Leader-Projekt, bei dem die Städte und Gemeinden Xanten, Sonsbeck, Alpen und Rheinberg zusammenarbeiten. FOTO: Armin Fischer
Xanten. In der Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgemeinschaft werden am Dienstagabend im Xantener Rathaus die ersten Vorhaben des kommunalen Verbundes vorgestellt. Zwei Stunden lang - dann geht es ab zur Fußball-EM. Von Heinz Kühnen

Leader, das hört sich erstmal gut an. Es steht für "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale", französisch für "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Unter diesem Namen unterstützt die EU zum fünften Mal seit 1991 verschiedene Regionen finanziell, diesmal von 2014 bis 2020. Auch Alpen, Sonsbeck, Xanten und Rheinberg wollen in den Genuss von Zuschussmitteln kommen. Deshalb gab's Leader-Ideenworkshops und einen inzwischen genehmigten groben Leader-Plan. Nun haben die vier Kommunen die Aussicht, bis 2020 insgesamt 2,3 Millionen Euro ausgeben zu können - für nachhaltige Leader-Projekte, die sie zusammen angehen. Die Voraussetzung dafür ist es, dass die Kommunen gemeinsam noch mal mindestens 35 Prozent Eigenanteil je Projekt zahlen. Im August 2015 wurde eine Lokale Aktionsgemeinschaft Niederrhein (LAG) gegründet, seit Anfang des Jahres hat sie eine Geschäftsführung. Am Dienstag treffen sich ihre Mitglieder.

Das hört sich alles sperrig an und ist es auch. Europäische Gemeinschaft, NRW-Landwirtschaftsministerium und Bezirksregierung haben ein Wörtchen mitzureden. Da ändern sich Richtlinien, fehlen Formulare. Geld soll trotzdem fließen, das ist schon mal zugesagt.

Kirre machen lassen sich der LAG-Vorsitzende, Sonsbecks Altbürgermeister Leo Giesbers, sowie die zwei Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle von Bürokratie und Durcheinander nicht: Kristin Hendriksen und Beate Pauls haben auf der Basis der Workshops fleißig Strategien entwickelt. Es gibt vier Handlungsfelder für die Leader-Region: Sie soll generationenfreundlicher werden, wegen des demografischen Wandels, aktiver mit den Bereichen Tourismus, Natur und Kultur, energischer in der Energie-, Klima, Umwelt- und Ortskernentwicklung und geschäftiger - das heißt, die Wirtschaftsentwicklung soll verbessert werden, gerade in der Landwirtschaft. Diese zentralen Säulen werden am Dienstagabend im Xantener Rathaus vorgestellt, nach den notwendigen Berichts-, Haushalts- Beitrags- und Satzungsregularien, versteht sich. Eins der Themen, das derzeit allen vier Kommunen auf den Nägeln brennt, steht ganz oben: Starterprojekt soll - vorausgesetzt, alle stimmen zu - "Bildung, Ausbildung, Arbeit für Flüchtlinge" sein. Da, sagt Regionalmanagerin Hendriksen, wurstle derzeit jeder vor sich hin. Gemeinsam gehe es besser.

Das ist ein Punkt von vielen. Ein Weiterer ist ein Knotenpunktsystem für die Fahrradrouten, das nach niederländischem Vorbild "die 20 Schildchen an jeder Ecke" (Giesbers) ersetzen könnte.

Wer nachlesen will, was noch geplant ist, kann die Informationen demnächst im Internet abrufen. Einiges von den etwa 120 guten Ideen der ersten Stunde wird allerdings fehlen: Bürgerhäuser für einzelne Ortschaften passen nicht ein regionales Konzept. "Ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg", sagt Giesbers. Und Geschäftsführerin Hendriksen, macht das an den vielen Gesprächen, die in den vergangenen Monaten in den Kommunen liefen, fest. Die inzwischen 72 Mitglieder (Vereine, Unternehmen, Politiker, Vertreter der Landwirtschaft und Privatpersonen) der "Leader Region Niederrhein Natürlich Lebendig" werden es in der Mitgliederversammlung zu spüren bekommen und lernen, wie es die Nachbarregion Lippe-Issel-Niederrhein "Feines vom Land" anpackt. Nach zwei Leader-Versammlungsstunden soll Schluss sein, sagt Giesbers. 21 Uhr beginnt die Fußball-EM-Übertragung. Ronaldos Portugiesen gegen Island. Das will doch jeder Leader sehen.

Quelle: RP
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