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Xanten
Mit Kunst gegen das Komasaufen

Xanten: Mit Kunst gegen das Komasaufen
Maria Finck aus Alpen, Niclas Verhaeg und Jonas Wengler (von links) mit ihren Bildern. Glückwünsche überbrachte Peter Mager von der DAK-Landesvertretung NRW (links) und NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. FOTO: Seybert
Xanten. Gesundheitsministerin Barbara Steffens kam zur Preisverleihung des DAK-Wettbewerbs "Bunt statt blau" nach Aldekerk. NRW-Siegerin Maria Finck kommt aus Alpen. Jetzt könnte es zum Bundeswettbewerb nach Berlin gehen. Von Bianca Mokwa

Die Zahlen sind erschreckend. In NRW mussten 2015 mehr als 5100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 19 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung in die Klinik, heißt es in einer Pressemeldung der Krankenkasse DAK. Alkoholvergiftung heißt nicht, ein Bier über den Durst getrunken. "Vergiftung" zeigt, es ist etwas passiert, das dem Körper schadet.

Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat dazu eine ganz eigene Meinung. "Bevor man nicht volljährig ist, hat Alkohol im Körper nichts zu suchen", sagt Steffens. Oben war bereits von Zehnjährigen zu lesen, die mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen. Den Weg, das zu verhindern, sieht die Gesundheitsministerin nicht im erhobenen Zeigefinger, sondern im Miteinander der Jugendlichen. "Das gibt eine Dynamik. Wer ,Nein' sagt, ist kein Spielverderber", sagt sie bei ihrem Besuch in der Robert-Jungk-Gesamtschule am Standort Aldekerk. Diese Idee des Miteinanders hat Lehrerin Laura Komor umgesetzt.

Im Kunstunterricht malten die Schüler Bilder zu der DAK-Aktion "Bunt statt blau". "Das passt gut in den Lehrplan und die Klassen waren sofort Feuer und Flamme und haben das Thema auch sehr ernst genommen", berichtet die Lehrerin. An den Wänden der Robert-Jungk-Gesamtschule sind die Werke zu bewundern, die teils befremden, erschrecken. Immer geht es um den Gegensatz der zerstörerischen Wirkung von Alkohol und dem unbeschwerten Leben ohne Rausch.

Unter den Teilnehmern des Wettbewerb "Bunt statt blau" gab es auch solche, die sich über eine Prämierung freuen durften. In der Kategorie der jungen Teilnehmer waren das Jonas Wengler und Niclas Verhaeg aus der Klasse 6 h der Robert-Jungk-Gesamtschule. Als sie die Preise für ihr Bild entgegennehmen, sagt Barbara Steffens, wie toll sie es findet, dass endlich auch mal Jungs unter den Gewinnern sind.

Die beiden Jungs sollen erklären, wie sie auf die Idee zu ihrem Bild gekommen sind. Das sieht sehr professionell aus. Ein Leuchtturm ist zu sehen in Form einer Bierflasche, im aufbrausenden Meer schwimmen weitere Flaschen, der Mond scheint zwar, ansonsten ist die Stimmung düster. "Das Meer sieht gefährlich aus", sagt einer der Jungen. Aus dem Meer ragt eine Hand, die verzweifelt nach Halt sucht.

Worum es geht, drücken die nächsten Gewinner aus. "Mach' nen Bogen um die Drogen" haben Meret Höft und Lilly Kappel aus Bad Salzuflen auf ihr Bild geschrieben. Anders, aber nicht weniger eindrucksvoll, zeigt der 14-jährige Jonas Sieger aus Essen mit seinem Bild, wie sich das Gesicht eines Mädchens unter dem Einfluss von regelmäßigem Alkoholkonsum verändert. Aus schön wird hässlich. Die Erstplatzierte aus NRW kommt aus Alpen und heißt Maria Finck. Drei Wochen lang, größtenteils am Wochenende und abends nach den Hausaufgaben, hat die 14-Jährige an ihrem Bild gearbeitet. Es zeigt zwei Engel. Der eine ist wunderschön, bunt und erhaben. Der andere ist blau gefärbt, sitzt kraftlos am Boden mit zerbrochenen Flügeln. "Der Engel unten hat kaputte Flügel durch Alkohol", sagt die Künstlerin, für die es noch nach Berlin gehen könnte, wie auch für die Jungs aus Kerken, wenn sie sich im Bundeswettbewerb durchsetzen.

Steffens greift noch einmal den Gedanken aus dem Gewinnerbild auf. "Viele meinen, dass Alkohol Kraft und Flügel verleiht. Das ist aber ein Irrglaube", sagt die Gesundheitsministerin.

Quelle: RP
 
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