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Xanten
Niederrheinischer Ordenstag im Dom

Xanten: Niederrheinischer Ordenstag im Dom
Der Generalabt der Prämonstratenser, Thomas Handgrätinger, war aus Rom angereist, um das Pontifikalamt beim Niederrheinischen Ordenstag zu zelebrieren. FOTO: Ostermann
Xanten. Im Zentrum der Begegnung stand die Bekehrung von Norbert von Xanten, Ordensgründer der Prämonstratenser. Von Beate Wyglenda

Mitten im Xantener Kirmestrubel mochte der Anblick verwunderlich wirken: Über 100 Ordensfrauen und Ordensmänner prägten einen Tag lang das Bild in der Stadt. Sie waren der Einladung von Propst Klaus Wittke gefolgt, um gemeinsam den Niederrheinischen Ordenstag im Dom zu feiern. Im Zentrum der Begegnung stand die Bekehrung von Norbert von Xanten, der vor 900 Jahren von einem Blitzschlag getroffen fortan als Seelsorger, Wanderprediger und Ordensgründer der Prämonstratenser wirkte. Zu diesem feierlichen Anlass aus Rom angereist ist auch der Generalabt der Prämonstratenser, Thomas Handgrätinger, der das Pontifikalamt zelebrierte.

In seiner Predigt erinnerte Generalabt Handgrätinger an das Leben des 1582 heiliggesprochenen. Norbert, um 1082 geboren, wurde von seinen Eltern im Alter von zwölf Jahren ins Stift nach Xanten gegeben, wo ihn als Kanoniker ein angenehmes Leben mit üppigen Schenkungen erwartete. Er wurde in Xanten Subdiakon im Dienst des Erzbischofs von Köln. 1110/1111 zog Norbert als Berater von König Heinrich V. mit nach Rom. Dort allerdings erlebte er, wie Heinrich den Papst Paschalis II. sowie die Kardinäle gefangen nahm, um so seine Kaiserkrönung zu erzwingen. Norbert distanzierte sich daraufhin vom Kaiser. Die ihm als Belohnung für seine Treue angebotene Ernennung zum Bischof von Cambrai lehnte er ab. Das Erlebnis der Spannungen zwischen Kirche und weltlicher Macht und der Einfluss des Reformprogramms von Papst Gregor VII. ließen Norbert sich immer mehr vom Kaiser ab- und einem Leben der Buße zuwenden. Seine eigentliche Umkehr wird aber auf das Jahr 1115 datiert. Bei einem Ritt von Xanten zum Hochadeligen Damenstift in Vreden wurde Norbert von einem Blitz getroffen. Nachdem er dies überlebt hatte, veränderte er sein Leben schlagartig. "Der heilige Norbert hat sich nie verbogen, wenn es um die Sache des Glaubens oder um die Rechte der Kirche ging", sagte der Generalabt.

Nach seinem Bekehrungserlebnis ließ sich Norbert zum Priester weihen. 1120 gründete er den Prämonstratenser-Orden. "Der heilige Norbert hat stets nach dem Willen Gottes gehandelt", betonte der Generalabt. "Alle, die sich vom Heiligen Geist leiten lassen, sind Söhne Gottes. Doch sind wir Kinder Gottes, so sind wir auch seine Erben", ergänzte Propst Wittke. "Es war ein wunderschöner Tag. Wir haben sehr viel Gutes aus der Begegnung mitnehmen können", so Abt Albert nach der Schlussandacht. "Es hat sich gelohnt, dabei gewesen zu sein. Man fährt ein ganzes Stück reicher nach Hause", sagte auch Schwester Magdalene, Oberin des Klarissenklosters Kevelaer. "Kraftspendend ist vor allem die Gemeinschaft, die man erfährt, die einem Mut macht, weiter zu machen, und zeigt, dass man nicht alleine dasteht."

Quelle: RP
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