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Unsere Woche
Nur der Landtag kann dem Einzelhandel helfen

Xanten. Gäste, die von weither anreisen, können in Xanten sonntags nicht mehr einkaufen. Darüber freuen sich die Grünen, wollen aber nun nichts mehr damit zu tun haben. Nun ist Düsseldorf gefragt.

Noch einmal gab es Hausdurchsuchungen in Sachen Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX). Fast gewöhnt man sich schon dran. Das Signal ist eindeutig: Der Anfangsverdacht hat sich erhärtet, ein Strafprozess wird immer wahrscheinlicher. Den können wir alle gespannt abwarten, denn dann gibt es endlich neben den unendlich vielen Gerüchten und den wenig erhellenden Erkenntnissen aus dem Arbeitsgerichtsprozess echte Fakten.

Natürlich könnten wir aus Hintergrundinformationen und Aussagen von Zeugen, die nicht genannt werden wollen, erst recht aus anonymen Behauptungen, wilde Geschichten zum Thema DBX schreiben. Sie dürfen aber zu Recht erwarten, dass diese Redaktion Sie nur mit geprüften und bestätigten Informationen versorgt. Auch wenn es dann mal etwas länger dauert.

Zum Dauerthema entwickeln sich die Folgen der Durchsetzung der Sonntagsschließung in Xanten. Die Fakten sind klar: Auch in touristischen Orten wie Xanten oder Kevelaer dürfen sonntags nur Produkte angeboten werden, die Gäste direkt brauchen oder die typisch für die Stadt sind. Ein Xanten-Reiseführer gern, ein aktueller Roman auf keinen Fall.

Was das heißt, haben wir vergangenen Sonntag gerade selbst in der Nachbarstadt Wesel erlebt. Die Blumen für den Balkon durften wir bezahlen, den Dünger nahm uns die Kassierin an der Kasse wieder ab. Den dürfe sie uns nur wochentags verkaufen. Verstehen müssen wir das nicht. Was dieser Blödsinn soll, wissen allein die Mitglieder des Landtages.

Und genau die sind der richtige Ansprechpartner für die Xantener Geschäftsleute. Rat und Verwaltung können nichts ändern. Marie-Luise Fasse und René Schneider sind gefordert, sich des Problems anzunehmen und Gesetzesänderungen vorzubereiten - gern auch parteiübergreifend. Denn derzeit profitiert nur einer von den diffusen Regelungen: der Verkauf im Internet.

Immer seltsamer wird die Rolle von Xantens Grünen in der Angelegenheit. Erst vollziehen sie stolz den Strategiewandel zur Law-und-Order-Partei und sonnen sich im Rat auch in den Folgen ihres politischen Erfolges. Nun wollen sie es plötzlich gar nicht gewesen sein - halten aber alles für richtig. Und verstricken sich dabei in peinliche Widersprüche. Eberhard Ritter und seinen Mitstreitern sei gesagt: Man muss auch mit den Folgen seiner Entscheidungen leben und offen auch die Verantwortung für die Konsequenzen, unter denen der Xantener Einzelhandel und seine Mitarbeiter zu leben haben, einstehen.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

DIRK.MOEWIUS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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