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Xanten
Politiker fordern Öffnung des Deichweges

Xanten: Politiker fordern Öffnung des Deichweges
FOTO: Fischer Armin
Xanten. Nachdem der Vertrag zwischen Stadt und Deichverband geplatzt ist, wollen die Vertreter der Parteien, dass es in der Sache "Deichkronenweg" weitergeht - irgendwie. Auch die Verwaltung prüft, ob es doch noch andere Möglichkeiten gibt. Von Julia Lörcks und Peter Kummer

Pankraz Gasseling, Fraktionschef der CDU, sagt, was viele laut gedacht haben: "Ich fände es gut, wenn man da noch einmal drüber redet. Schließlich geht es um einen großen Wunsch aus der Bürgerschaft."

Gemeint ist der Deichkronenweg zwischen Vynen und Obermörmter. Jenes Teilstück, das für die Öffentlichkeit seit Jahren nicht zugänglich ist. Mit Hilfe einer sogenannten Widmung sollte das Versäumnis - beim damaligen Planfeststellungsbeschluss wurde die öffentliche Nutzung nicht berücksichtigt - aus dem Weg geräumt werden. Doch daraus wird erst einmal nichts. Wie berichtet, hat der Deichstuhl mehrheitlich gegen den vorab ausgearbeiteten Vertrag mit der Stadt gestimmt. Eine große Rolle bei der Entscheidung habe die neue Fahrradstraße in Vynen gespielt. In dieser Sache wurde der Deichverband, obwohl er Eigentümer der Straße ist, nicht von der Stadt informiert.

"Wir haben gegen keine Vereinbarung verstoßen", stellt Bürgermeister Thomas Görtz noch einmal klar und ergänzt: "Hier geht es wohl eher um eine Befindlichkeit. Und um die Tatsache, dass der Deichverband einfach keine Widmung möchte." Görtz will zwar eigentlich nicht mehr reden ("Das haben wir vorab genügend getan"), er will aber prüfen, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, den Weg zu öffnen.

Zufall oder Retourkutsche? Die Meinungen, was sich hinter den Kulissen im Deichstuhl, dem sogenannten Vorstand des Deichverbandes Xanten Kleve (DVXK), wegen einer Öffnung des Deichkronenweges in Obermörmter abgespielt hat, gehen innerhalb der Fraktionen auseinander. Peter Hilbig (FBI) sieht durchaus eine Verbindung zwischen dem Nein des Deichstuhls zu einer Öffnung und der vor einigen Wochen von der Stadt erlassenen neuen Verkehrsregelung weiter stromaufwärts in Vynen. Dort wurde der Weg auf einem Teilstück unvermittelt zur Fahrradstraße erklärt. Die Schilder "Fahrradstraße" seien ohne Rücksprache mit dem Deichverband aufgestellt worden, kritisiert Hilbig. "Für uns stellt sich nun die Frage, ob die Vertreter der Stadt im Deichstuhl hinreichend kompromissbereit gewesen waren." Hilbig erklärt, man habe den Deichstuhl verprellt. Dieser sei nach seinen Informationen durchaus für eine Öffnung in Obermörmter gewesen, wenn die Stadt beim Entfernen der Fahrradstraßen-Schilder in Vynen mehr Entgegenkommen gezeigt hätte.

Nach Werner Paeßens von der BBX hingegen besteht keine Verbindung der beiden Themen. "Das hat mit Vynen nichts zu tun." Er fordert die Öffnung in Obermörmter. "Deich und Sanierung wurden mit Steuergeld bezahlt." Notfalls müsse man bis zur Bezirksregierung gehen. Im Interesse von Vynen hätte er es sich gewünscht, wenn Politiker aus dieser Ortschaft gegen die Fahrradstraße votieren würden.

Quelle: RP
 
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