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Xanten
Sauerkraut trifft Kichererbsen

Xanten: Sauerkraut trifft Kichererbsen
Die Jury mit dem Xantener Koch Andreas Scholz von Hövelmann´s Restaurant. FOTO: arfi
Xanten. Zwölf palästinensische Schüler weilen zehn Tage lang bei ihren Freunden vom Xantener Stiftsgymnasium. Auf dem Programm stand auch ein Kochduell.

Zur frühen Nachmittagsstunde wabert allein der wohlbekannte Duft von frisch gekochtem rheinischen Kraut ums Haus; die Konkurrenz in Form arabischer Falafel oder eines palästinensischen Auflaufs harrt noch der Zubereitung. Am Ende aber, um 17 Uhr, ist alles rechtzeitig zubereitet, und die Gerichte warten darauf, auf den Geschmacksknospen einer Jury zu zergehen. Heimat ist da, wo es einem schmeckt, haben sich jeweils zwölf Schüler des Stiftsgymnasiums und der Evangelisch Lutherischen Schule in der Partnerstadt Beit Sahour in Palästina gedacht. Zehn Tage lang weilen die Gäste in Xanten, nun, fast zum Abschluss gibt es ein Kochduell: "Sauerkraut trifft Kichererbsen".

Die zehn Tage am Niederrhein waren ganz auf das Kulinarische ausgerichtet. Das Programm führte zum Beispiel zur Kriemhildmühle mit eigenhändigem Brotbacken über einen Besuch des Iglo-Werks in Reken bis zur Römischen Küche im APX. Nun gibt es als Abschluss und Höhepunkt das Kochduell. "Ein befruchtendes Chaos", urteilt Geo-Lehrer Kai Zimmermann. "Jeder hilft jedem. So soll es auch sein."

Zubereitet wird in der Schulküche des Gymnasiums. Kein leichtes Unterfangen für Andreas Scholz, dem Pächter des Restaurants Hövelmann. "Geht in die richtige Richtung", urteilt der Chefkoch nach einer Kostprobe des Sauerkrauts und stellt noch schnell Zucker bereit, während das Gemüse vor sich hin köchelt. "Eigentlich gehört eine ordentliche Portion Speck hinein. Und Schmalz." Doch diesmal bleibt es Schweinefleisch frei.

Andreas Scholz kocht also als Deutscher mit den arabischen Schülern. Zwei Reihen dahinter ist es umgekehrt: Lehrerin Ibtisam Atallah zeigt ihren gastgebenden Schülern, wie in ihrem Heimatland Kufta zubereitet wird, ein Auflauf aus Kartoffeln, Hackfleisch und Tomaten. Ganz ohne spezielle orientalische Gewürze. Die dritte Gruppe aus Lehrern wagt sich an ein Hybridgericht. Arabische Falafel mit Sauerkraut und Spinat.

Die Stunde der Wahrheit schlägt für die kleinen und großen Köche ein Raum weiter. 28 Paar Augen sind auf die Jury, bestehend aus Vertretern des Lehrerkollegiums, des Fördervereins, der Austausch-Arbeitskreise, der Schülerzeitung und der Stadt, ergänzt um Andreas Scholz, gerichtet, die vorne Platz genommen haben. Die Lehrer geraten schon früh ins Hintertreffen. Bei den beiden anderen Teams entwickelt sich hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende geben zwei mickrige Pünktchen den Ausschlag über den Sieg. Für wen? Ist gleich. Gewonnen haben beide Länder. Aus dem einen kommt das leckerste Gericht, aus dem anderen stammen die (diesmal) besseren Köche.

(pk)
 
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