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Reitsport
150 Jahre - Eintracht Veen feiert Jubiläum

Reitsport: 150 Jahre - Eintracht Veen feiert Jubiläum
Auf dem Turnierplatz am Bergweg: Georg Keisers vom RV Eintracht Veen, hier auf Prinz Wilhelm, gehört zu den Mitgliedern, die auch in diesem Jahr wieder am Osterturnier teilnehmen. FOTO: Ostermann (Archiv)
Veen. Am 3. Mai 1865 gründeten fünf Gutsherren den Reiterverein. Offiziell gefeiert wird nach dem Osterturnier am kommenden Montag im Festzelt auf dem Gelände am Bergweg. Dorothe Keisers hat die Chronik zusammengestellt. Von Rene Putjus

Zu einem Jubiläum gehört auch eine Festschrift. Und wenn ein Verein 150 Jahre alt wird, sollte die Chronik besonders sehenswert sein. So machte sich Angela Hügen sogar auf den Weg nach Langenfeld, um im Archiv des Pferdesportverbandes Rheinland nach Material zu suchen. Die 1. Schriftführerin des RV Eintracht Veen beschäftigte sich zudem mit der Frage, ob der Reiterverein aus dem Krähendorf womöglich der älteste Reitverein am Niederrhein ist. Einen genauen Nachweis fand sie jedoch nicht, da während des 2. Weltkrieges Aufzeichnungen verloren gegangen waren. "Dann ist der RV Veen halt wahrscheinlich der älteste Reitverein am Niederrhein", beendete Hügen ihre Recherche mit einem Augenzwinkern. So oder so bietet der stolze Geburtstag genügend Gründe, um ausgiebig zu feiern - mit einem Osterturnier am kommenden Wochenende und Jubiläumstag an Ostermontag.

Mit der Geschichte des RV Veen hat sich vor allem Dorothe Keisers beschäftigt, die federführend, unterstützt von Helfern wie Angela Hügen, rund ein Jahr lang an der Festschrift gearbeitet hat. Keisers sammelte Fotos ein und führte Gespräche mit den älteren Mitgliedern. Rausgekommen ist eine lesenswerte Lektüre mit interessanten Einblicken aus dem Vereinsleben von heute und anno dazumal. Natürlich beschäftigt sich die Chronik, die für fünf Euro zu kaufen ist, auch mit den Anfängen.

Am 3. Mai 1865 gründeten fünf Gutsherren, die als Pferdesportliebhaber im Dorf bekannt waren, zunächst die Reitergesellschaft Eintracht Veen. In den Statuten wurde festgehalten, dass alljährlich ein Preisreiten stattfinden soll. Über ein zweites Turnier hatte eine Kommission zu entscheiden. Heute nimmt das Osterturnier des RV Veen einen festen Platz im Kalender des Kreisreiterverbandes Wesel ein. Seit 1994 wird es auf dem Gelände am Bergweg ausgetragen. Heinz-Gerd Giesen, der seit 2010 den Vorsitz inne hat, lobt seit dem Umzug die "tolle Stadion-Atmosphäre". In den 40 Jahren zuvor hatten die Veener die Teilnehmer auf vier verschiedenen Turnierplätze eingeladen. Vom Gelände am Bergweg wollen die Mitglieder jetzt nicht mehr weg. "Der Blick vom Hang aus ist einmalig", so Giesen, der sich noch gut an die Zeit erinnern kann, als die Zuschauer fünf Mark zahlten, um die Prüfungen am Parcours oder Viereck verfolgen zu können.

Die Freizeitreiter des Vereins richten am Bergweg jährlich ein C-Turnier aus. Auch der Herbstritt, der früher Fuchsjagd hieß, ist längst Tradition. Die Freitagsreiter gibt's seit 1974, die stets zur Stelle sind, wenn helfende Hände benötigt werden. Die Abteilung Fahrsport findet immer größere Resonanz. Stolz ist der Vorstand auf die Standartenreiter, die bei hohen Feierlichkeiten oder zu Kondolenzanlässen zum Einsatz kommen. Mehr als 300 Mitglieder, darunter viele talentierte Nachwuchsreiter, zählt der Verein aktuell. Hobby- und Breitensport sowie die Geselligkeit kommen nicht zu kurz. "Das war schon so, als ich Mitglied wurde", erinnert sich Giesen. Dennoch sind seit jeher natürlich auch Spitzensportler willkommen in Veen. So schaute 1971 Gerd Wiltfang vorbei, der ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in München mit der deutschen Olympia-Mannschaft Springreiter-Gold gewann. 1986 nahm Norbert Koof, der 1982 in Dublin Weltmeister geworden war, mit zehn Pferden am Osterturnier teil.

Bereits 1973 war die Reithalle mit dem gemütlichen Reiterstübchen eingeweiht worden. Im Januar 1999 richteten dort die Mittwochsreiter das erste Quadrillenturnier aus. Im darauffolgenden März führte der Verein erstmals einen Fünfkampf durch. Maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des RV Veen hatte Willi van Bebber, dem der Pferdesportverband Rheinland wegen seiner besonderen Verdienste um die rheinische Reiterei 2001 die Ehrennadel in Gold mit Lorbeerkranz verlieh. Der Ehrenvorsitzende verstarb zum Bedauern der Mitglieder im September vergangenen Jahres. "Sein Wirken und Engagement werden unvergessen sein", so würdigen ihn die Verantwortlichen in der Festschrift, in der über die Entwicklung eines Reitervereins zu lesen ist, der aus dem Dorfleben nicht wegzudenken ist.

Quelle: RP
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