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Lokalsport
Charakterstärke

Sonsbeck. Fußball-Landesliga: Nach 14 Minuten führt Sonsbeck schon mit 3:0 gegen Straelen. Aber der Gegner lässt nicht locker und gleicht aus. In Unterzahl erkämpft sich die Scuderi-Elf noch die wichtigen drei Punkte. Von Nils Jansen

Von diesem Spiel werden die Beteiligten noch lange sprechen: Der SV Sonsbeck schlug gestern Nachmittag auf dem Rasenplatz im Willy-Lemkens-Sportpark den langjährigen Rivalen SV Straelen mit 5:3 (3:2) und landete damit vor rund 200 am Ende begeisterten Zuschauern, sofern sie Fans des Gastgeber-Teams waren, drei echte "Big Points".

Kurios war allein schon der Spielverlauf: Nach 14 Minuten führte der SV Sonsbeck mit 3:0. Die Zuschauer spekulierten bereits über die Höhe des Erfolgs der Rot-Weißen, die ihren Gegner durch die Treffer von Lukas Vengels (5. Minute), Niklas Maas (8.) und Felix Terlinden (14.) förmlich überrannten. "Alles in trockenen Tüchern dachten meine Jungs. Ich mag solche Situationen zu einem dermaßen frühen Zeitpunkt im Spiel überhaupt nicht", sagte Trainer Sandro Scuderi. Er sollte Recht behalten. Sein früheres Team, der SV Straelen, schlug eindrucksvoll zurück. Fabio-Daniel Simoes Ribeiro stieß über die linke Seite in Richtung Tim Weichelt vor das Sonsbecker Tor und ließ dem Schlussmann in der 22. Minute keine Abwehrchance.

Straelen hatte ein deutliches Warnsignal abgegeben. Dieser Gegner würde sich noch lange nicht geschlagen geben. Über die Rechtmäßigkeit des zweiten Gästetores von David Kalokoh in der 33. Minute diskutierten Zuschauer und Sonsbecker Akteure noch Minuten lang. Vor dem Anschlusstreffer hatte sich Randy Grens ein Foulspiel an Robin Schoofs geleistet, das vom insgesamt schwachen Schiedsrichter Marvin-Peter Bihler (Bottrop) nicht geahndet wurde. Kalokoh war der Nutznießer nach einer ersten Abwehr von Weichelt. Die Scuderi-Elf rettete den knappen 3:2-Vorsprung in die Kabine, denn in der Schlussphase der ersten Spielhälfte war Straelen dominierend. Der Ausgleich lag sozusagen in der Luft.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie ruppiger, die Gäste witterten Morgenluft. Sonsbeck hielt mit Mann und Maus dagegen. Bihler zückte Gelbe Karten gegen Terlinden, Sascha Tenbruck (Straelen) und Luca Terfloth - allesamt wegen Foulspiels. Kristof Prause sah den Verwarnungskarton wegen Meckerns und hätte fast noch Rot hinterher bekommen. Der Platzverweis folgte dann in der 72. Minute: Vengels stieg im Mittelkreis überhart ein. Der Freistoß der Gäste führte zum 3:3-Ausgleichstreffer durch Frederik Verlinden. Straelen hatte jetzt endgültig Oberwasser. Die ersten Sonsbecker Fans winkten bereits ab und schimpfen darüber, dass der vermeintlich sichere Drei-Tore-Vorsprung verspielt war.

Aber in Unterzahl bewies der gastgebende SVS jetzt eine bemerkenswerte Moral. Kampf, Spielkultur und Charakterstärke gleichermaßen warfen die Sonsbecker in die Waagschale. Die vorherige Überlegenheit der Gäste war wie weggeblasen. Der überragende Florian Abel zirkelte einen Freistoß von der linken Strafraumkante knapp über das Tor von Marian Gbur. Auf der anderen Seite landete ein Schuss von Grens am Außennetz.. Die Schlussminuten gehörten den Platzbesitzern. Unmittelbar vor dem Ende der regulären Spielzeit schickte Kapitän Stephan Schneider auf der rechten Seite Abel eigentlich etwas zu steil, aber der flankte das Leder irgendwie noch in die Mitte, wo Terlinden parat stand, um per Kopf sein zweites Tor zum 4:3 zu erzielen.

In der Nachspielzeit drängte Straelen wütend auf den erneuten Ausgleichstreffer, aber das Sonsbecker Abwehrbollwerk hielt. Terlinden witterte bei einem Konter in der 94. Minute erneut seine Chance. Nach einem langen Abschlag von Weichelt "knipste" er zum dritten Mal. Per Bogenlampe über den heraus stürmenden Gbur hinweg segelte das Leder zum 5:3 in leere Straelener Netz.

"Es war ein unglaubliches Spiel. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, die nach der Roten Karte und dem Ausgleich zum 3:3 nochmals alles gegeben und sich einer drohenden Niederlage entgegen gestemmt hat. Ein Heimspiel, wie man es sich erträumt", sagte Scuderi nach dem Abpfiff.

Quelle: RP
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