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Leichtathletik
Die Gold-Mädchen der letztjährigen DM schlagen wieder zu

Leichtathletik: Die Gold-Mädchen der letztjährigen DM schlagen wieder zu
Trainer Werner Riedel mit seiner Goldmannschaft im Vier- und Siebenkampf. (v.l.) Lea Halmans, Sonja und Judith Martens. FOTO: Privat
Sonsbeck. Vor den NRW-Mehrkampfmeisterschaften der U18- und U20-Leichtathleten in Bad Oeynhausen beschäftigten Sonsbecks Trainer Werner Riedel die weite Anreise und die damit verbundenen Übernachtungskosten. "Der zweite Wettkampftag beginnt so früh, dass es sich nicht lohnen würde, am Abend zurück zu fahren", erklärte der Mehrkampfcoach der Sonsbecker Leichtathleten, der als Abteilungsleiter immer auch einen Blick auf die Finanzen werfen muss. Von Reinhard Pösel

Von daher sei er glücklich für die Unterstützung, die die Leichtathleten des SVS durch den örtlichen Autohändler Ford Janssen erführen. "Er stellt uns für die weiten Fahrten einen Kleinbus zur Verfügung, so dass wir nur für die Spritkosten aufkommen müssen", so Riedel.

Nach der Rückkehr aus Bad Oeynhausen beschäftigte sich Riedel aber längst nicht mehr mit irgendwelchen größeren oder kleineren Problemen. Die Freude über das Abschneiden seiner Mädchen stellte alles andere in den Schatten. Der Sonsbecker Trainer stand noch ganz unter dem Eindruck des 800-Meter-Laufes, der den Siebenkampf abschloss. Das sei ein "Kampf bis aufs Messer" gewesen, das habe er selbst bei Deutschen Meisterschaften nicht erlebt. "Die Mannschaftswertung im Siebenkampf der U18-Jugend konnte uns zu diesem Zeitpunkt keiner mehr nehmen", sagte Riedel, es war die Einzelentscheidung, die die Nerven des SVS-Trainers strapazierte.

Im Kampf um die ersten drei Plätze lieferten sich neben Nele Schuten (TV Gladbeck) die beiden Sonsbeckerinnen Lea Halmans und Sonja Martens einen feinen Wettkampf. "Das sind ja alles harte Socken", meinte Riedel, der vom Seitenrand aus miterlebte, wie sich die drei Führenden über 800 Meter gegenseitig antrieben. Halmans drückte ihre bisherige Bestleistung um acht Sekunden auf 2:30,88 Minuten, und ihre Mannschaftskollegin Sonja Martens lief in 2:24,06 Minuten die schnellste Zeit aller U18-Siebenkämpferinnnen. Zwischen beide schob sich die Gladbecker Konkurrentin. Genauso sah dann auch das Endklassement im Siebenkampf aus. "Das war faszinierend, wie sich alle ausgepowert haben", sagte Riedel und verdeutlichte das erbittert geführte Duell um den NRW-Titel mit der Bemerkung. "Alle drei hatten sich so verausgabt, dass jede von ihnen hinter dem Ziel wiederbelebt werden musste."

Bei Resultaten jenseits der ausgesprochen guten 5000er Marke entschied nach sieben Disziplinen die Winzigkeit von 40 Punkten über die Vergabe der Medaillen. Den NRW-Tiel gewann Lea Halmans (5115 Punkte), Bronze ging an Sonja Martens (5071 Punkte) - bereits im Vierkampf hatten die beiden stärksten Sonsbecker Mehrkämpferinnen Gold (Halmans, 3222 Punkte) und Bronze (Sonja Martens, 3055 Punkte) gewonnen. Sonja Martens unterbot zudem über die 100-m-Hürden (14,69 Sekunden) die Qualifikationsnorm für die Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften Ende Juli in Jena. "Schade, dass Lea im Weitsprung nicht auch noch die DM-Norm gelungen ist", haderte Riedel ein wenig mit den Weitsprungversuchen seines Schützlings, der bei seinem besten Sprung zwar auf 5,61 Meter flog, aber kaum einmal den Balken optimal traf. "Da fehlen dann eben 15 Zentimeter."

Dritte Sonsbecker Vertreterin in der Mannschaft war Judith Martens, die es im Vierkampf auf 2791 Punkte und Siebenkampf 4249 Punkte brachte - bei jeweils zehnten Plätzen. Die SVS-Mannschaft holte sich das NRW-Gold im Siebenkampf mit der beeindruckenden Punktzahl von 14 435 Zählern. Damit verbesserte sie sich gegenüber dem eigenen Mehrkampfmeeting um 1000 Punkte. "Sollte es bei den Deutschen ähnlich gut laufen, wären wir im Bereich einer Medaille", rechnete Riedel das Ergebnis hoch.

Eva van Gelder (U18) brachte es im Vierkampf auf 2148 Punkte (28. Platz) und im Siebenkampf auf 3413 Punkte (33. Platz). Erik Kühnen (U18) plagte sich mit einer Allergie herum. Den Fünfkampf stand er noch mit 2424 Punkten (38. Platz) durch, am zweiten Tag jedoch nahm ihn Trainer Riedel nach dem Stabhochsprung und einer Bestleistung von 3,40 Metern vorsorglich aus dem Wettbewerb.

Quelle: RP
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