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Lokalsport
"In Millingen hatte ich sofort das beste Gefühl"

Millingen. Fußball-Kreisliga A: Der neue Trainer des SV Millingen, Markus Hierling, fühlt sich bereits sehr wohl bei seinem neuen Verein. Von Detlef Kanthak

Markus Hierling wohnt in Pfalzdorf, und da stellt man sich mitunter die Frage, in welche Richtung es an der nächsten Straßenkreuzung gehen soll. "Eigentlich nicht schlecht, dass ich dort wohne", sagt der 42-Jährige, "denn wenn man dann eben rechts abbiegt, ist es ja auch nicht mehr allzu weit bis nach Millingen." Allzu große Sorgen hinsichtlich kommender überhöhter Benzinrechnungen muss sich der neue Trainer des Fußball-A-Ligisten SV Millingen also nicht machen.

Die ersten Kilometer auf dem Weg zum Jahnplatz waren für den neuen Coach, der sein Amt im Juli als Nachfolger des bisherigen Trainers Torsten Weist antritt, denn auch eher eine Fahrt ins Blaue. "Den SVM habe ich erst in dem Moment wahrgenommen und kennen gelernt, als der Verein einen neuen Trainer gesucht hat", erinnert sich Hierling an die erste Kontaktaufnahme. Dass sich der Schritt über die Grenze des Fußballkreises gelohnt hat, deutete sich allerdings ganz schnell an. "Ich habe im Klever Kreis angenehme Gespräche mit einigen Vereinen geführt", berichtet Hierling. "In Millingen hatte ich aber sofort das bessere Gefühl." Einen "sachlich" geführten Verein habe er dort kennengelernt, harmonisch und mit Verantwortlichen besetzt, deren Erwartungen sich mit seinen Gedanken schnell auf einer Ebene befunden hätten. Ausschlaggebend für seine Zusage seien insbesondere die Gespräche mit Millingens Obmann Rainer Lempert gewesen. "Das war ein wichtiger Baustein", sagt der A-Lizenz-Inhaber, dessen sportliche Laufbahn mit 31 Jahren ein abruptes Ende gefunden hatte. Ein Kreuzbandriss und mehrere darauf folgende Operationen beendeten Hierlings aktive Zeit beim SV Nütterden, den er dann aber als Trainer fünf Jahre lang betreute und dabei von der B- in die A-Liga führte.

"Extrem intensiv, aber auch extrem emotional", beschreibt er heute diese Zeit, die mit seinem beruflichen Wechsel nach Wuppertal endete. Der gelernte Koch sattelte mit 37 Jahren noch einmal um, stieg in die Beamtenlaufbahn ein und erlebte im Bergischen nebenbei fünf turbulente Jahre auf den Sportplätzen der SSVg. Velbert, des FSV Vohwinkel (wo er mit dem ehemaligen Kölner Bundesligaspieler Holger Gaißmayer ein Trainerduo bildete) und des ASV Wuppertal. Mitunter nicht mit den besten Erfahrungen. "In den großen Vereinen versuchen zu viele Personen ihre Macht auszuspielen", hat er lernen müssen.

Noch ein dicker Pluspunkt also für den SV Millingen, wo bedacht und nicht hektisch gearbeitet wird. "Trotzdem: Der Verein hat seine Ziele", kennt Hierling die Wünsche und Vorgaben bei den Blau-Weißen. Mit Lempert wurde ein Profil erstellt, dass den SVM nicht in utopische Höhen führen, sondern den Verein in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil der Kreisliga A machen soll.

"Torsten Weist hat mit seiner Arbeit die Grundlage gelegt, wir wollen sie festigen und ausbauen", lautet die Formel. Mit den Hausaufgaben hat Hierling bereits begonnen. Die ersten Gespräche mit der Mannschaft und ihrem Kapitän Henning Rohrbach haben stattgefunden, der Trainer kennt die Besonderheiten des Teams und weiß jetzt, worauf er sich eingelassen hat. "Eine junge Truppe, ein eingeschworener Haufen, der gemeinsam eine gute und erfolgreiche Zeit haben möchte", beschreibt er die Millinger Kicker.

Hierling hat die Saisonvorbereitung schon in Angriff genommen und die Testspiele bereits vereinbart. "Jetzt heißt es noch, die Liga kennenzulernen", sagt der neue Trainer, der sich an den noch ausstehenden Spieltagen auf den Sportplätzen der Liga umschauen wird. Zudem, so plant er, könnte auch noch ein Praktikum beim MSV Duisburg für ihn auf dem Programm stehen.

Hierling, der seine berufliche Umorientierung beendet hat und inzwischen in Moers-Kapellen tätig ist, hat seine neue Aufgabe angenommen. "Der Kopf ist frei, die Kraft wieder da, ich freue mich auf die Arbeit", sagt er. Außerdem: Pfalzdorf, und dann rechts abbiegen - daran hat er sich auch schon längst gewöhnt.

Quelle: RP
 
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