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Lokalsport
Rheinberger Turnier mit Luft nach oben

Rheinberg. Der SV Orsoy, Titelverteidiger der Stadtmeisterschaften, startet zwar mit einem Sieg ins Pokalturnier, tut sich beim 1:0 gegen den SV Millingen aber sehr schwer. Zuvor hatten sich der TuS Borth und Concordia Ossenberg 2:2 getrennt. Von Detlef Kanthak

Drücken wir es doch einmal positiv aus: Die diesjährigen Rheinberger Stadtmeisterschaften haben noch Luft nach oben. Zumindest der sportliche Auftakt am gestrigen Abend war noch nicht dazu angetan, die Zuschauer auf der Platzanlage des Gastgebenden SV Millingen von den Sitzen respektive ihren Stehplatzrängen zu reißen.

Immerhin, den ersten Sieger der Veranstaltung gab es dann doch zu vermelden. Der SV Orsoy, der vor Jahresfrist bereits den Stadtpokal in seine Vitrine stellen durfte, hat seine Chancen auf den erneuten Turniersieg im Reigen der sechs Rheinberger Vereine gewahrt. Der Titelverteidiger bezwang den SV Millingen dank eines späten Tores mit 1:0 (0:0). Der Traum vom "Finale dahoam" dürfte für den SVM also schon geplatzt sein.

Torsten Weist, der Trainer der Blau-Weißen, nahm es allerdings gelassen hin. "Orsoy hat aufgrund der zweiten Halbzeit sicherlich verdient gewonnen, denn die Mannschaft hatte die besseren Möglichkeiten", gratulierte er dem Kontrahenten. Die Träne im Knopfloch war allerdings auch zu erkennen. "Auch wenn es schon ärgerlich ist, so kurz vor dem Abpfiff zu verlieren", wurmte Millingens Coach die Szene in der 87. Minute, in der Kevin Washeim den Ball ins Netz der Gastgeber beförderte. Fünf Minuten zuvor hatte Weist noch auf den glücklichen Sieg hoffen dürfen, als sein Team den SVO auf dem falschen Fuß erwischte und mit einem Konter vor dem 1:0 stand. Yannick Regner im Tor der Grün-Weißen aber entschärfte den Ball des zur Pause ins Spiel gekommenen Daniel Lasek. "Ich bin trotz der Niederlage mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden", wies Weist noch einmal darauf hin, dass sein Team sich erst seit einer Woche wieder im Training befindet. Sein Kollege auf der Gegenseite sah noch manch Ungereimtheit im Spiel der Orsoyer Mannschaft. "Die erste Viertelstunde war gut", wies Frank Pomrehn auf den flotten Orsoyer Start hin. Dann freilich sei das Tempo aber verloren gegangen. Nach dem Wechsel drehte der SVO zwar wieder auf, fand seinen Meister aber lange Zeit zwischen den Millinger Pfosten. "Da hat Marc Noreiks bei einigen Möglichkeiten von uns sehr gut reagiert", lobte Orsoys Coach den SVM-Torhüter.

Im Eröffnungsspiel des Turniers hatten sich zuvor der TuS Borth und Concordia Ossenberg 2:2 (2:0) getrennt. Die Meinungen zum Spiel waren dabei so unterschiedlich wie die Erfolgserlebnisse in beiden Spielhälften. "Ein schönes Spiel, das wir engagiert betrieben haben", sah Borths Abteilungsleiter seinen TuS insbesondere vor dem Seitenwechsel im Vorwärtsgang. "Wir haben im ersten Durchgang nur versäumt, den dritten Treffer nachzulegen." So ging der Schuss am Ende noch nach hinten los, denn die Concordia drehte nach der Pause den Spieß noch um. Allerdings mochte Ossenbergs Trainer Rainer Gansel nach dem Abpfiff gar nicht lange um den heißen Brei herum reden. "Es war jedenfalls von beiden Seiten ein ganz mühseliges Spiel, in dem wir am Ende noch Schwein gehabt haben!" Patrick Utech gelang fast mit dem Abpfiff erst der 2:2-Ausgleichstreffer - da wird dem Trainer kaum einer der Zuschauer widersprochen haben. Allerdings dürfen sich die Borther das Remis selbst ankreiden. Die scheinbar sichere Führung mit den Torerfolgen von Lukas Ordon und Dominik Gedatis vor dem Seitenwechsel geriet nach 68 Minuten mit dem Anschlusstreffer von Kevin Körner ins Wanken und bettelte nach dem Platzverweis für Andreas Dargel nur zwei Minuten später förmlich um Korrektur. "Wir können zwar mit dem 2:2 leben, aber dem Spielverlauf nach ist es schon eine gefühlte Niederlage", fasste Bücker die Partie zusammen.

Trotz der Niederlage seines Teams zeigte sich Millingens Vorsitzender Ulrich Glanz mit dem Auftakt der Stadtmeisterschaften zufrieden. "Bei dem Blick aus dem Fenster durfte man nicht unbedingt mit so gutem Besuch rechnen", spielte er auf die kühlen Temperaturen und den böigen Wind rund um den Jahnplatz an. Selbst wenn also auch bei den klimatischen Bedingungen noch viel Luft nach oben ist: Fast 200 Besucher lösten ihr Ticket und sorgten für einen imposanten Rahmen.

Quelle: RP
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