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Lokalsport
Stepuhns tanzen in Rimini auf WM-Parkett

Lokalsport: Stepuhns tanzen in Rimini auf WM-Parkett
Kerstin und Horst Stepuhn tanzen bei der WM einen langsamer Walzer, Wiener Walzer, Tango, Fox Trott und Quick Step. FOTO: Stepuhn
Alpsray. Das Ehepaar aus Alpsray erlebt den nächsten Karriere-Höhepunkt. Sie sind bei der Weltmeisterschaft im Standardtanz dabei. 400 Paare stellen sich ab morgen in dem italienischen Badeort den Richtern vor. Von Sabine Hannemann

Das Mekka der Amateure im Tanzsport heißt ab diesem Samstag Rimini. Die Weltmeisterschaft im Standardtanz findet in Italien statt. Mit dabei sind Kerstin und Horst Stepuhn aus Alpsray. Prognosen zum Abschneiden seien schwierig, sagt das erfolgreiche Tanzpaar eher bescheiden. "400 Paare treten an. Wir lassen uns überraschen. Wir sind stolz, dass wir hinter der Deutschlandfahne einlaufen werden", so Horst Stepuhn.

Der Faktor Gänsehaut meldet sich. Die sportliche Devise der Alpsrayer "dabei sein ist alles" klingt an. Wie die Turnierergebnisse ausfallen werden, wie sie dieses "riesige Ereignis" erleben - Kerstin und Horst Stepuhn geben sich entspannt. Seit ihrer Jugend tanzen sie und haben sich stets von einem überzeugenden "Wir haben keine Angst vor nichts und niemandem" leiten lassen. Im Reisegepäck für die Krone im Amateurtanzsport hat das Ehepaar Stepuhn jede Menge Erfahrung. "Aber was uns in Rimini erwartet, was alles passieren wird, das übersteigt unsere Vorstellung", so Horst Stepuhn.

Mit seiner Frau gilt er als der Shooting-Star auf dem Parkett. Bei ihrer erfolgreichen Karriere haben sie, so kann man sagen, einen schnellen wie formvollendeten Quick Step hingelegt. In knapp zweieinhalb Turnierjahren tanzten sich in Windeseile in die nächst höheren Klassen. Am 17. Januar erreichten sie die S-Klasse, die Spitze im Amateurtanzsport. Talent, Ausdauer, Disziplin und Freude an der Bewegung zur Musik haben sich gelohnt. Ihr Hobby passte sich stets den jeweiligen Lebensphasen und Familienzeiten an.

Gemeinsam hatten sie vor Jahrzehnten einen Tanzkurs gemacht. Das damals Erlernte frischten sie dann wieder auf, machten das Tanzsportabzeichen und fanden in der großen Familie des TTC Schwarz-Gold Moers ihr sportliches Glück. Die Trainer Martina und Roger Hanning hatten das Talent des Paares entdeckt und weckten den Turniervirus. Mit Profi-Trainer wie Renata und Valentin Lusin feilten sie stetig an ihrer Technik. Die Teilnahme am Turniersport war ein langgehegter Traum der Stephuns. Trotz der vielen Reisen quer durch die Republik hat sie die Freude am Tanzsport nicht verlassen. Im Gegenteil. "Jeden Tag trainieren wir zwei Stunden", meint Horst Stepuhn.

Es stellt sich auch immer die Kleiderfrage. Ein Turnierkleid bleibt immer etwas Besonderes. Kerstin Stepuhn hat bereits einige Exemplare im Schrank hängen. Darunter auch ihr erstes Kleid - ein handgefertigter Traum in Weiß mit 12.000 Swarowski-Steinen. Es ist entsprechend schwer. Beim Turnier erwies sich das Gewicht als hinderlich. Dem weißen folgte ein schwarzes, jugendlich-spritziges Outfit. In Rimini möchte sie mit einem rot-weißen Kleid, das etwas an die 50er Jahre erinnert, Furore machen. Komplimente hat Kerstin Stepuhn schon auf den Turnieren bekommen. Für ihren Ehemann ist es mittlerweile der vierte maßgeschneiderte Frack. Gemeinsam wollen sie in Rimini mit den fünf Standardtänzen - langsamer Walzer, Wiener Walzer, Tango, Fox Trott und Quick Step - die Richter überzeugen. "Wir haben eine Botschaft, die wir auf diese Weise anderen übermitteln wollen. Wir sind beide über 50 Jahre und haben mit Fleiß und Talent die Spitze erreicht. Alter ist kein Kriterium. Wir haben es trotzdem oder gerade deshalb geschafft. Weil wir es wollten."

Quelle: RP
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