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Sonsbeck
Tanzcafé bringt Lebensfreude

Sonsbeck: Tanzcafé bringt Lebensfreude
Oben: Glücksmomente erleben die Bewohner beim Tanzcafé im Gerebernus-Haus. Für die Zukunft werden tanzbegeisterte Ehrenamtliche gesucht. FOTO: Janine Börder
Sonsbeck. Studenten haben Methoden dazu entwickelt, wie ehrenamtliche Helfer den Bewohnern des Gerebernus-Hauses schöne Freizeitangebote machen können. Bei den Bewohnern kommt das Tanzcafé besonders gut an.

Wie lässt sich die Lebensqualität von Senioren erhöhen? Wie lässt sich ihnen Lebensfreude schenken? Studenten der Hochschule Arnheim und Nimwegen haben dazu ihre Bachelor-Arbeit geschrieben. Eine der Ideen der angehenden Sozialpädagogen: Sie wollen Musik und Tanz ins Leben der Senioren integrieren. Ausprobiert haben sie das im Gerebernus-Haus. Dort tanzen Senioren und Studenten miteinander. Bei den Bewohnern des Hauses kommt das Projekt an. Nun werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die es fortführen.

In der Hausgemeinschaft des Gerebernus-Hauses sitzen die Studierenden mit Bewohnern im Stuhlkreis. Die Sonne bricht durch die Fenster, während aus dem Radio der Schneewalzer erklingt. Spontan steht eine Bewohnerin auf und schnappt sich Markus Brecko aus dem Kreis der jungen Gäste, um mit ihm zu tanzen. Auch die übrigen Bewohner, die von den Studenten zum Tanz aufgefordert werden, lassen sich nicht lange bitte. Für Minuten verwandelt sich das Wohnzimmer der Hausgemeinschaft in einen Tanzsaal voller Musik, Bewegung und Lebensfreude. Auch Bewohner, die nicht aufstehen können oder wollen, werden einbezogen und freuen sich, dabei zu sein.

"Es sind diese kleinen Glücksmomente, von denen man sich wünscht, dass sie nie aufhören, die die Lebensqualität ausmachen", sagt Evelyn Pölka anschließend. Sie ist seit vielen Jahren Alltagsbegleiterin im Gerebernus-Haus. Nun studiert sie nebenbei Sozialpädagogik und hat gemeinsam mit Simone Valks das Tanzcafé angeleitet.

Auch Hausleiterin Josefine Baumgärtner ist glücklich über das Engagement der Studierenden und unterstützt das Projekt: "Die Lebensqualität der Bewohner ist uns hier im Haus ohnehin ein wichtiges Anliegen, und wir tun schon jetzt viel dafür", sagt sie. Das habe auch die Analyse der Studierenden ergeben. "Trotzdem ist es spannend zu sehen, wo es noch Punkte gibt, an denen wir noch mehr für die Lebensqualität der Menschen tun können", erklärt die Hausleiterin Baumgärtner.

Das Tanzcafé, das mittelfristig durch eine geschulte Tanztherapeutin oder Musikpädagogin geleitet werden soll, ist nur eine Facette des Projektes. Im Rahmen einer umfangreichen Untersuchung mit Interviews und Fragebögen hatten die Studierenden neben dem Bereich "Tanz und Musik" noch weitere Aspekte, die für die Lebensqualität der Bewohner entscheidend sind, herausgefiltert: Einerseits sollen Mitarbeiterressourcen gestärkt und der kreative Austausch untereinander gefördert werden. Dazu initiieren Svenja Schumacher und Markus Brecko ein so genanntes "World Café" und stellen einen Methodenkoffer zusammen, der es Ehrenamtlern und neuen Mitarbeitern erleichtert, den Bewohnern ein ergänzendes Beschäftigungsangebot zu gestalten. Andererseits sollen Ehrenamtliche gewonnen werden, die mit den Bewohnern spazieren oder einkaufen gehen, beim Tanzcafé mithelfen oder andere Angebote initiieren.

Als Unterstützung für Ehrenamtliche wird nicht nur der neu entwickelte Methodenkoffer dienen, sondern auch eine Demenz-Box, die Julia Koch und Andrea Niekerke mit zusätzlichen Info-Materialien füllen werden, die den Einstieg und den Kontakt mit Menschen mit Demenz erleichtern.

Für Menschen, die sich eine ehrenamtliche Tätigkeit im Gerebernus-Haus vorstellen können, werden die Studierenden einen Info-Abend anbieten. Auch während ihrer Tätigkeit werden die Ehrenamtlichen von den Mitarbeitern des Gerebernus-Hauses begleitet.

Interessierte können sich bei der Hausleiterin Josefine Baumgärtner melden - entweder per E-Mail unter baumgaertner@caritas-gesellschaft.de oder telefonisch unter 02838 776140.

Quelle: RP
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