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Düsseldorf
Streit um Inklusion in der Schule

Düsseldorf. CDU scheitert mit Vorstoß für landesweite Unterstützungszentren. Von Detlev Hüwel

SPD und Grüne haben den CDU-Antrag abgelehnt, Unterstützungszentren für die Inklusion mit dem Schwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung" einzurichten. Derzeit finde Inklusion in den Schulen häufig "nur irgendwie" statt; es fehle an einer landesweiten Hilfsstruktur, kritisierte Anette Bunse (CDU). In Regionen, in denen es keine entsprechenden Förderschulen gibt, sollten diese Zentren nach den Vorstellungen der Union auch der zeitweisen Unterbringung für Schüler mit einem besonders ausgeprägten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung dienen.

Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) bezeichnete es dagegen als nicht akzeptabel, Kinder auch nur vorübergehend aus der Klasse zu nehmen. Dadurch würden sie "degradiert" und zu Versagern abgestempelt.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) verwies darauf, dass Lösungen zur optimalen Betreuung von Kindern mit Handicap vor Ort gefunden werden müssten. Das sei rechtlich möglich, und es gebe auch gute Beispiele für die regionale Vernetzung von inklusiven Schulen. Energisch widersprach sie der Vermutung, das Land nehme Einfluss auf die "Zerschlagung" von Förderschulen. Yvonne Gebauer (FDP) wandte jedoch ein, dass Löhrmann die Mindestgrößen-Verordnung verschärft habe und somit indirekt für die "Schließungswelle" verantwortlich sei. Immerhin seien im vorigen Jahr 75 Förderschulen geschlossen worden. Die von der CDU angeregten Zentren könnten dafür sorgen, dass es nicht zu "weißen Flecken" bei der sonderpädagogischen Unterstützung komme. Sie sei froh, dass nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie der Inklusion gestritten werde.

Quelle: RP
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