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Xanten
Attacken gegen Badegäste: Behörden verbummeln Urteil

Xanten. Im Zusammenhang mit den Attacken auf Badegäste im FKK-Bereich des Freizeitzentrums Xanten (FZX) werden neue Details bekannt: Offenbar sind wichtige Dokumente zu einer Vorstrafe wegen Kindesmissbrauchs von einem der Beteiligten nicht mehr auffindbar. Das geht aus der noch unveröffentlichten Antwort von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine Anfrage des CDU-Innenpolitikers Gregor Golland hervor.

Ende Juli hatten FZX-Mitarbeiter die Polizei alarmier t, weil eine etwa zehnköpfige Personengruppe junger Männer überwiegend südländischen Aussehens die Badegäste im FKK-Bereich des Bades massiv beleidigt und bedrängt hatte. Neben einem Türken, der als geduldeter Flüchtling in Essen lebt, wurden ein Deutsch-Libanese und ein 23-jähriger Deutsch-Pole als mutmaßliche Täter identifiziert. Alle drei waren mehrfach vorbestraft, der Deutsch-Pole unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Allerdings wurde er dafür 2007 lediglich verwarnt. Einen Grund für diese Milde kann Jäger nicht geben: "Nähere Angaben zur Tat und zum Urteil sind nicht möglich." Die Akten der Staatsanwaltschaft Essen seien "ausgesondert" worden, was geltenden Bestimmungen entspreche. Das Urteil aber hätte aufbewahrt werden müssen - was es offenbar nicht ist. Der Türke muss mit Abschiebung rechnen. Sein Aufenthalt sei "wegen fehlender Identitätspapiere" zwar um drei Monate verlängert worden. "Wegen fehlender nachhaltiger Integration" werde nun geprüft, "ob eine Abschiebung erfolgreich erfolgen kann", so Jäger.

(tor)
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