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Als Bombenbauer verdächtigter Junge
Ahmed verlässt die USA und zieht nach Katar

Ahmed zu Gast bei Barack Obama
Ahmed zu Gast bei Barack Obama FOTO: dpa, jl ms
Dallas. Noch am 19. Oktober war Ahmed Mohamed, der texanische Teenager, dessen selbst gebaute Uhr in der Schule irrtümlicherweise für eine Bombe gehalten wurde, zu Gast bei Barack Obama. Nun verlässt er die USA auf unbestimmte Zeit.

Mit seiner Familie werde er nach Katar ziehen, teilten seine Angehörigen am Dienstag mit. Dort liege dem Jugendlichen ein Angebot für ein Stipendium für eine weiterführende Schule und ein College vor, das ihm eine Wissenschaftsstiftung in Doha gewährt habe. Erst vor kurzem hatte Mohamed das Emirat im Rahmen einer umtriebigen Reisezeit besucht, die ihn am Montag ins Weiße Haus und am Tag darauf ins Kapitol geführt hatte.

Der Trubel um den jungen Muslim aus der Nähe von Dallas begann am 14. September, als er eine selbst gebaute Uhr mit in den Unterricht brachte, um sie seiner Lehrerin zu zeigen. Doch deren Kollege dachte, dass es sich bei dem tickenden Gerät um eine Bombe handeln müsse, die Schule alarmierte die Polizei. In Handschellen wurde der 14-Jährige abgeführt und in eine Haftanstalt gebracht. Für drei Tage wurde Mohamed zudem vom Unterricht suspendiert.

Die vermeintliche Bombe entpuppte sich auf einem Polizeifoto aber als Koffer mit einer Platine mit Stromkabeln und einer digitalen Anzeige darin. Von einer Anklage sah die Polizei ab. Mohameds Familie nahm in von der Schule.

Nach der Verwechslung ergoss sich ein Spätregen der Solidarität über Mohamed, sogar US-Präsident Barack Obama setzte sich für ihn ein. Anfang der Woche nahm der Teenager an einer Astronomie-Veranstaltung im Weißen Haus teil, wo er mit Hausherr Obama einige Worte wechselte. Seine Lektion aus seiner Erfahrung sei folgende, sagte Ahmed: Richte eine Person nicht nach ihrem Aussehen. Beurteile sie immer nach ihrem Herzen."

(ap)
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