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Gefängnis mit Tennisplatz
Chile schließt Luxusknast für Pinochet-Getreue

Die chilenische Regierung schließt ein Luxusgefängnis für wegen Folter und Mord verurteilter Gefolgsleute des früheren Militärmachthabers Augusto Pinochet. Die zehn Gefangenen sollen ihre Blockhütten mit Warmwasser und Duschen, die Anlage mit Tennisplatz und Schwimmbecken gegen Zellen in einem anderen Gefängnis eintauschen, entschied Präsident Sebastian Pinera am Donnerstag. Menschenrechtsgruppen haben seit langem die Schließung des 2004 eröffneten Luxusgefängnisses Cordillera gefordert. Dass es nun dazu kommt, liegt auch an einem Interview, dass der dort inhaftierte Exgeheimdienstchef Pinochets zum 40. Jahrestag des Putsches gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gab. Der wegen Entführungen und Morden zu mehr als 100 Jahren Haft verurteilte Manuel Contreras machte sich darin über das Wachpersonal lustig, das nur dazu da sei, seinen Stock zu halten. Die Tausenden von Verschwundenen in der Militärherrschaft von 1973 bis 1990 seien bewaffnete Linke gewesen, die in Feuergefechten getötet worden seien. Die linksgerichtete Präsidentschaftskandidatin Michelle Bachelet, die während der Diktatur selbst inhaftiert war und gefoltert wurde, begrüßte die Schließung von Cordillera. "Das bedeutet, dass das Land in der Lage ist, dies zu tun", sagte die Politikerin, die als Favoritin bei der Wahl am 17. November gilt.
(ap)
 
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