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Erdrutsch in Südchina
Helfer retten Verschütteten nach drei Tagen

Erdrutsch in Industriegebiet in China
Erdrutsch in Industriegebiet in China FOTO: ap
Peking. Drei Tage nach dem Erdrutsch in Südchina haben Helfer einen Überlebenden gerettet. Der 19-Jährige war fast drei Tage unter Geröllmassen begraben gewesen, bis er lebend aus den Trümmern gezogen wurde. Außerdem entdeckten Helfer einen weiteren Toten. 

60 Stunden nach dem verheerenden Erdrutsch in der südchinesischen Stadt Shenzhen haben Helfer einen Überlebenden gerettet und einen weiteren Toten entdeckt. Das berichteten am Mittwoch chinesische Staatsmedien. Demnach war der junge Mann namens Tian Zeming am frühen Mittwochmorgen, drei Tage nachdem eine riesige Halde aus ausgehobener Erde und Bauschutt in einem Industriepark der Stadt kollabiert war, aus dem Trümmern gezogen worden. Der 19 Jahre alte Wanderarbeiter war ansprechbar und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert, berichteten Retter.

Ein weiterer Mann, den Feuerwehrleute unter dem Schutt in der Nähe des Geretteten entdeckten, wurde von Ärzten für tot erklärt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Damit ist die Zahl der Todesopfer auf zwei gestiegen. Für noch immer knapp 80 Vermisste unter den bis zu zehn Meter hohen Erdmassen, sahen Behörden am Mittwoch nur noch geringe Überlebenschancen.

Derweil ging die Suche nach Verantwortlichen für die Katastrophe weiter: Wie der Staatssender "China National Radio" berichtete, nahm die Polizei einen Vizepräsidenten der Firma fest, die das Betriebsrecht für die Schuttdeponie besitzt. Auch Computer der Firma wurden demnach beschlagnahmt. Menschen in Shenzhen warfen aber vor allem den lokalen Behörden Versagen vor.

Anwohner beklagten, dass die örtliche Regierung schon länger über Probleme an der mit 90 Metern viel zu hoch und steil aufgeschütteten Deponie Bescheid wusste. Der US-Sender "Radio Free Asia" zitierte Behördenberichte, die schon im August 2013 von "illegaler" Lagerung von Bauabfällen warnten. Trotzdem sei bis kurz vor der Katastrophe weiterhin Müll angeliefert worden. Mehrfach hatten lokale Medien in den vergangenen Jahren berichtet, die rasant wachsende Millionenmetropole habe Probleme, geeignete Lagerplätze für anfallenden Bauschutt zu finden.

Vermutlich wegen starker Regenfälle war die rund 90 Meter hohe Deponie am Sonntag kollabiert. Der Erdrutsch begrub mindestens 33 Gebäude, darunter Fabriken und Arbeiterquartiere. 4000 Helfer sind im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen.

(jf/dpa)
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