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Festnahme in Kansas
FBI-Agenten helfen IS-Anhänger bei Bombenbau

FBI-Agenten helfen IS-Anhänger bei Bombenbau
FOTO: ap
Washington. Die US-Bundespolizei FBI hat einen mutmaßlichen Sympathisanten der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) festgenommen, der einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt im Bundesstaat Kansas geplant haben soll. Dabei sollen die Agenten sich jedoch fragwürdig verhalten haben.

Wie das US-Justizministerium am Freitag mitteilte, wollte der 20-jährige IS-Anhänger mit einer Autobombe einen Selbstmordanschlag auf die Basis Fort Riley verüben. Ihm wird der versuchte Gebrauch einer "Massenvernichtungswaffe" vorgeworfen.

Der Verdächtige wurde nach Angaben von Staatsanwalt Barry Grissom in der Nähe der Stadt Manhattan in Kansas festgenommen, als er "die letzten Vorbereitungen" für den Anschlag getroffen habe. Er habe den Sprengsatz selbst zur Explosion bringen wollen, um dabei zu sterben, sagte Grissom. Ein Selbstmordattentäter zu sein, sei sein "größer Wunsch" gewesen. Ihm droht bei einem Schuldspruch lebenslange Haft.

Verdeckte Ermittler des FBI hatten den Mann den Angaben zufolge seit vergangenem Herbst im Visier. Der Sprengsatz sei zu keiner Zeit funktionstüchtig gewesen, erklärte das FBI. Der mutmaßliche IS-Anhänger soll auch ein Propagandavideo aufgenommen haben, in dem er den Rückzug von US-Soldaten aus muslimischen Ländern forderte.

Die US-Behörden haben in den vergangenen Monaten eine Reihe mutmaßlicher IS-Sympathisanten angeklagt, die entweder Anschlagspläne geschmiedet oder ein Reise in die Kampfgebiete in Syrien und im Irak vorbereitet haben sollen. Kritiker werfen dem FBI vor, die Verdächtigen in einigen Fällen zu der Tat angestiftet oder sie in ihrem Vorgehen bestärkt zu haben.

Aus der vorläufigen Anklageschrift gegen den 20-Jährigen aus Kansas geht hervor, dass ein verdeckter Ermittler dem Verdächtigen eine Liste von Materialien zum Bombenbau ausgehändigt und die Utensilien sogar mit beschafft hatte. Ein anderer verdeckt arbeitender FBI-Agent spielte bei der Aufnahme des Propagandavideos die Rolle des Kameramanns.

Das FBI wurde den Angaben zufolge im März 2014 auf den Verdächtigen aufmerksam, als sich der junge Mann freiwillig zur Armee meldete. Auf Facebook soll er damals aber seine Absicht bekundet haben, in den "Dschihad" zu ziehen und ähnlich wie beim Massaker auf dem texanischen Militärstützpunkt Fort Hood im November 2009 das Feuer auf andere US-Soldaten zu eröffnen.

Der Verdächtige sei daraufhin nicht zum Militärdienst zugelassen worden, heißt es in der vorläufigen Anklageschrift. Seit Oktober 2014 habe dann ein verdeckter Ermittler mit ihm in Kontakt gestanden. In Gesprächen soll der junge Mann den Wunsch geäußert haben, "Ungläubige" zu töten und sich der IS-Miliz anzuschließen. Der FBI-Agent stellte ihn dann später einem "Cousin" - ebenfalls ein verdeckter Ermittler - vor, der ein "ranghoher Scheich" sei und Terroranschläge in den USA plane.

Die Festnahme erfolgte nach Angaben der Staatsanwaltschaft schließlich am frühen Freitagmorgen, nachdem die beiden verdeckten Ermittler mit dem Verdächtigen in die Nähe der Basis Fort Riley gefahren waren. Der mutmaßliche IS-Sympathisant sei davon ausgegangen, dass ihr Kleinbus mit einer Autobombe präpariert sei. Als er den vermeintlichen Sprengsatz scharf stellen wollte, klickten die Handschellen.

(AFP)
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