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"Jihadi Junior"
Britischer Junge tötet in IS-Video per Knopfdruck Spione

Jihadi Junior tötet in IS-Video per Knopfdruck Spione
Am Ende des Videos steht der Junge mit triumphierender Geste neben dem Wrack des Autos, in dem die vermeintlichen Spione saßen. FOTO: Screenshot
London. Schon Anfang Januar hatte sein Großvater ihn in einem IS-Video erkannt. Jetzt ist der Junge, den britische Medien "Jihadi Junior" getauft haben, erneut in einem Film der Terrormiliz aufgetaucht. Darin lässt er - so der Eindruck - per Knopfdruck ein Auto explodieren, in dem vermeintliche Spione sitzen.

Ein kleiner Junge - Tarnuniform, schwarzer Lockenkopf - steht mitten in der Wüste. Neben ihm ein vermummter Mann, hinter ihm ein Auto, in dem mehrere Männer sitzen. In seiner Hand eine Fernbedienung. Der Junge drückt auf einen Knopf, und das Auto geht in Flammen auf.

Vier Jahre soll er alt sein, in den Medien wird er "Jihadi John" genannt. Anfang Januar hatte sein Großvater, Henry Dare, den britischen Jungen in einem Propaganda-Video der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erkannt. Sein Enkel werde von den Terroristen "benutzt", sagte Dare dem Fernsehsender Channel 4. Dare machte seiner Tochter Grace "Khadijah" Dare schwere Vorwürfe. Die zum Islam konvertierte Frau aus dem Südosten Londons war 2012 nach Syrien ausgereist und hatte dort einen schwedischen Islamisten geheiratet. Ihren Sohn aus erster Ehe nahm sie mit, er lebt nun offenbar bei der Terrormiliz in Syrien.

Henry Dare sagt, sein Enkel habe ihn bei einem Anruf wenige Tage, bevor das erste IS-Video mit dem Jungen veröffentlicht worden war, verzweifelt gebeten, "ihn zu retten". "Er ist ein Kind, er weiß nicht, was er da tut", sagte Dare laut "Daily Mail".

Britische Regierung reagierte auf das Video

Ob das neue Video, in dem "Jihadi Junior" zu sehen ist, echt ist und ob die Männer, die in dem Video als "Spione" bezeichnet werden, tatsächlich noch in dem Wagen sitzen, als dieser explodiert, ist unklar. Mehrere britische Medien, darunter die "Daily Mail" und der "Mirror", berichteten über den Fall.

Die britische Regierung hält das Video aber offenbar für echt. Der IS-Kommandeur, der in dem Video neben Jihadi Junior steht, greift den britischen Premierminister David Cameron an. Es sei ein Fehler Großbritanniens gewesen, Truppen nach Syrien zu schicken, droht er. Ein Sprecher von Cameron reagierte bereits. Es reflektiere die Grausamkeit des IS und sei ein Werkzeug der Propaganda, sagte der Sprecher laut "Daily Mail". "Wir sehen, dass die Terrormiliz unter Druck steht."

(lsa)
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