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Religionsdebatte
Ganz Frankreich streitet über einen Rock

Religionsdebatte: Frankreich streitet über einen Rock
Selbst Frankreichs Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem schaltete sich in die Diskussion ein. FOTO: afp, pk/sd
Paris. Der Ausschluss eines muslimischen Mädchens vom Unterricht hat in Frankreich für heftig geführte Debatten gesorgt. Lehrer hatten ein 15-jähriges Mädchen mehrfach nach Hause geschickt, weil es einen langen schwarzen Rock trug und religiösen Bekehrungseifer an den Tag legte.

Der Ausschluss eines muslimischen Mädchens vom Unterricht wegen ihres langen schwarzen Rocks hat in Frankreich eine Debatte über den Umgang mit religiösen Symbolen angefacht. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem nahm die Leitung der Mittelschule in der Ardennenstadt Charleville-Mézières vor Kritik in Schutz. Die Pädagogen hätten Augenmaß bewiesen, sagte die Sozialistin am Donnerstag dem Sender RTL. Die 15-Jährige war laut Medienberichten im April zweimal wieder nach Hause geschickt worden, damit sie sich etwas anderes anzieht.

"Hierbei wurde geurteilt, dass es Bekehrungseifer vonseiten der Schülerin gab", erläuterte Vallaud-Belkacem. Dabei sei nicht ihre Kleidung, sondern ihre Haltung ausschlaggebend gewesen. In Frankreich gilt strikte Trennung von Kirche und Staat, Kopftücher und andere "auffällige religiöse Symbole" sind in der Schule seit 2004 verboten.

In den sozialen Medien gab es viel Kritik an der Entscheidung. Unter dem Schlagwort #JePorteMaJupeCommeJeVeux (Deutsch: Ich trage meinen Rock wie ich will) äußerten zahlreiche Twitter-Nutzer Unterstützung für das Mädchen. Die 15-Jährige selbst, die ihr Kopftuch nach eigenen Angaben vor Betreten der Schule ablegt, weist den Vorwurf der Schule zurück. Der Soziologe François Dubet sagte der Zeitung "Le Monde", der Fall zeige eine "Verkrampfung" im Hinblick auf den Islam.

(dpa)
 
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