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Brittany Maynards Abschiedsbotschaft
"Heute ist der Tag, den ich mir ausgesucht habe"

Der Fall Brittany Maynard: Ein angekündigter Tod
Der Fall Brittany Maynard: Ein angekündigter Tod FOTO: ap
Portland . Brittany Maynard ist tot. Die 29-jährige Krebspatientin hat sich am Wochenende des Leben genommen. Sie hatte diesen Schritt vorher angekündigt und damit weltweit Aufsehen erregt. Auf ihrer Facebook-Seite hinterließ die junge Frau eine Abschiedsbotschaft.

"Auf Wiedersehen allen meinen lieben Freunden und meiner geliebten Familie. Heute ist der Tag, den ich mir ausgesucht habe, um angesichts meiner tödlichen Krankheit in Würde zu sterben, dieses schrecklichen Hirntumors, der mir so viel genommen hat ... mir aber noch viel mehr genommen hätte", schrieb Britanny Maynard kurz vor ihrem Tod am Samstag.

 

Die 29-Jährige hatte vor Reportern angekündigt, sich an diesem Samstag das Leben nehmen zu wollen - weniger als drei Wochen vor ihrem 30. Geburtstag. Später hatte sie sich allerdings zwischenzeitlich besser gefühlt und wollte ihren Todestag möglicherweise verschieben. Nun hielt sich die junge Frau doch an ihren ursprünglichen Plan. Sie hatte Angst davor, zu lange zu warten und nicht mehr in der Lage zu sein, das tödliche Gift selbstständig zu sich zu nehmen - denn das ist Voraussetzung, um im US-Bundesstaat Oregon Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu können.

Ihr Zustand habe sich zuletzt deutlich verschlechtert, teilte ein Sprecher der Sterbehilfebefürworter-Gruppe "Compassion & Choices", Sean Crowley, mit. Die Kopf- und Nackenschmerzen seien immer schlimmer geworden, sie habe schlaganfallähnliche Symptome gespürt. Als die Schmerzen zu stark geworden seien, habe sie entschieden, den Todesprozess durch die Medikamente zu verkürzen. Die Mittel habe sie bereits vor Monaten von einem Arzt verschrieben bekommen, so Crowley.

Sterbehilfe als Notausgang? FOTO: dpa, Oliver Berg

Die an Krebs erkrankte Frau starb laut Crowley am Samstag "wie von ihr beabsichtigt - friedlich in ihrem Schlafzimmer, in den Armen ihrer Liebsten", wie der Sprecher Sean Crowley berichtete.

Bei Maynard war am Neujahrstag ein Gehirntumor festgestellt worden, die Ärzte gaben ihr daraufhin noch rund sechs Monate zu leben. Die 29-Jährige entschied sich gemeinsam mit ihrem Ehemann, von Kalifornien nach Oregon zu gehen, um von dem dortigen Sterbehilfe-Gesetz Gebrauch zu machen. Während in ihrer kalifornischen Heimat ein solcher Tod nicht erlaubt ist, nahmen in Oregon allein in diesem Jahr mehr als 750 Menschen Sterbehilfe in Anspruch.

Maynard hatte es in den USA zu nationaler Bekanntheit gebracht, weil sie sich für die Gruppe "Compassion & Choices" (deutsch: "Mitgefühl und Wahlmöglichkeiten") einsetzte. Die Organisation fordert, dass Sterbehilfe in den Vereinigten Staaten in deutlich mehr als lediglich einer Hand voll Staaten erlaubt wird, wie es bislang der Fall ist. Maynards Fall wurde auch über die US-Grenzen hinweg verfolgt, weil auch andere Länder über einen von Ärzten unterstützten Selbstmord debattieren.

"Am Anfang wollte meine Familie ein Wunder"

Brittany Maynard sagte, sie sei nicht von Selbstmordgedanken getrieben, wolle aber nach ihren eigenen Bedingungen sterben. Ihr Ehemann und weitere Angehörige hatten ihren Entschluss akzeptiert. "Am Anfang wollte meine Familie ein Wunder; sie wollten eine Heilung meines Krebs", hatte Maynard Anfang Oktober der Nachrichtenagentur AP gesagt. Nüchtern hatte sie festgestellt: "Wenn wir uns alle hinsetzen und auf die Fakten schauen, gibt es nicht eine Person, die mich liebt, die mir mehr Schmerzen und mehr Leid wünscht."

In Oregon gibt es den "Death with Dignity Act" (deutsch: "Sterben-mit-Würde-Gesetz") bereits seit 1994. Oregon ist damit der erste US-Staat, der Sterbehilfe für unheilbar Kranke legal gemacht hatte. Die Patienten müssen die Todesdroge ohne Hilfe einnehmen - helfen ihnen Ärzte dabei, machen sie sich strafbar. Von den mehr als 750 so Gestorbenen in Oregon waren nur sechs jünger als 35. Das Durchschnittsalter liegt bei 71 Jahren.

(ap)
 
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