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Studie in Großbritannien
Über 2800 "Ehrenverbrechen" an Frauen

London. In Großbritannien hat es einer Studie zufolge im vergangenen Jahr mehr als 2800 "Ehrenverbrechen" gegeben. Wie die Iranische und Kurdische Frauenrechtsorganisation (IKWRO) in London unter Berufung auf Polizeistatistiken mitteilte.

Demnach wurden im Jahr 2010 auf Frauen 2853 Angriffe verübt, um "die Ehre der Familie" wiederherzustellen. Unter diese Verbrechen fielen Schläge, Säureangriffe, Entführungen und Morde. Demnach waren die Angriffe besonders zahlreich im Großraum London.
IKWRO hatte sich von der Polizei die Kriminalitätsstatistiken von 39 der 52 Polizeibezirke des Landes geben lassen.

Auch wenn die Auflistung nicht vollständig sei, sei es dass erste Mal, dass eine landesweite Schätzung vorliege, erklärte die Organisation. Demnach kommen die meisten derartigen Verbrechen in Familien aus Asien, Osteuropa und dem Nahen Osten vor.
Opfer der Angriffe würden unter anderen Frauen, die einen Freund haben, lesbisch sind, vergewaltigt wurden oder sich einer arrangierten Heirat verweigert hätten.

Manche würden sogar angegriffen, weil sie sich schminkten oder freizügig kleideten. Wie die Direktorin der Organisation, Diana Nammi, im britischen Rundfunksender BBC kritisierte, würden viele Familien diese Verbrechen leugnen. Viele der Täter würden sogar als Helden gefeiert, weil sie die "Ehre" ihrer Familien verteidigt hätten.

(AFP)
 
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