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Urteil im Fall "Walter Scott"
Polizist wegen Mord an Schwarzem zu 20 Jahren Haft verurteilt

Urteil im Fall "Walter Scott": Polizist wegen Mord an Schwarzem zu 20 Jahren Haft verurteilt
Der verurteilte Michael Slager (rechts). FOTO: ap, MS PH
Charleston . Im US-Staat South Carolina ist ein weißer Expolizist wegen tödlicher Schüsse auf einen Schwarzen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Bezirksrichter David Norton sprach den Angeklagten Michael Slager am Donnerstag wegen Mordes schuldig.

Ein Video von der Tat im April 2015 löste international Bestürzung aus. Das spätere Opfer Walter Scott geriet damals in eine Verkehrskontrolle. Ein Passant hielt mit der Handykamera fest, wie Scott flüchtete und der Polizist acht Schüsse in seinen Rücken abgab. Seine Anwälte erklärten, ihr Mandant habe sich verteidigt, der Autofahrer habe nach dem Elektroschocker des Beamten gegriffen. Die Hautfarbe habe keine Rolle gespielt, der Angeklagte habe sich gegenüber Minderheiten nie feindlich gesinnt gezeigt.

Vor einem Jahr konnte sich ein Geschworenengericht nicht einigen, der Prozess platzte. Scotts Familie erklärte bereits vor der Urteilsverkündung, sie habe dem Angeklagten vergeben.

Der Richter musste entscheiden, ob die Tat als Mord oder Totschlag eingestuft werden sollte. Er entschied auf Mord. Das Video der Geschehnisse setzt ein, nachdem Scott und der Polizist miteinander rangen. Scott läuft weg, der Beamte gibt acht Schüsse auf ihn ab. Scott wird fünf Mal in den Rücken getroffen. Danach legte der Beamte seinen Elektroschocker neben Scott. Er gab an, er habe die Waffe sicherstellen wollen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, er habe so seine Geschichte von einer Selbstverteidigung untermauern wollen.

(felt/ap)
 
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