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Zwei Jahre nach Germanwings-Absturz
Vater von Andreas Lubitz stellt eigenes Gutachten vor

Andreas Lubitz: Vater stellt neues Gutachten zum Germanwings-Absturz vor
Rettungskräfte untersuchen am 26. März 2015 die Trümmer der abgestürzten Germanwings-Maschine. FOTO: ap
Montabaur/Berlin. Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten hat der Vater des verantwortlichen Co-Piloten Andreas Lubitz zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dabei will er ein eigenes Gutachten vorstellen. Vertreter der Opfer reagieren mit Entsetzen.

Bereits in der Einladung zu der Pressekonferenz am kommenden Freitag (24. März) bezweifelt Lubitz' Vater die "Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll". Er schreibt: "Wir sind der festen Überzeugung, dass dies so nicht richtig ist."

Angeblich noch viele offene Fragen

Es seien viele Fragen unbeantwortet geblieben, heißt es. Auch seien bei der Aufklärung der Ursachen Aspekte vernachlässigt worden. Die Familie hat nach eigenen Angaben den Luftverkehrs-Journalisten Tim van Beveren mit einem Gutachten beauftragt, das am zweiten Jahrestag des Absturzes in Berlin vorgestellt und erläutert werden soll. Neben van Beveren will sich auch Günter Lubitz den Fragen der Journalisten stellen.

Der Berliner Opferanwalt Elmar Giemulla kritisiert die geplante Pressekonferenz. "Ich finde das sehr schlimm. Ausgerechnet jetzt. Sich genau auf die Sekunde zu dem Zeitpunkt äußern zu wollen, an dem vor zwei Jahren die Maschine abgestürzt ist, ist das unverantwortlich. Aus Sicht der Opfer ist das geschmacklos und dürfte für viele von ihnen belastend sein", sagte Elmar Giemulla unserer Redaktion.  "Ich vermute, dass Herr Lubitz eine Theorie verbreiten möchte, die seinen Sohn freispricht von jeglicher  Schuld", sagte Giemulla unserer Redaktion. 

Am 24. März 2015 hatte Co-Pilot Lubitz einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings gegen einen Berg in den französischen See-Alpen geflogen. Mit ihm starben alle 149 Insassen des Jets. Die deutschen Justizbehörden gehen von einer absichtlichen Tat und Alleinverschulden des Co-Piloten aus. Am Absturzort soll am Freitag in einer erneuten Trauerfeier ein Gedenkelement enthüllt werden.

(csf/csi/dpa)
 
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