| 17.29 Uhr

Merseburg und Sebnitz
Kinder Opfer von fremdenfeindlichen Angriffen

Ostdeutschland: Kinder Opfer von fremdenfeindlichen Angriffen
Kinder wurden Opfer von rechtsradikaler Gewalt in Sachsen und Sachsen-Anhalt. FOTO: dpa, frg fpt
Merseburg. Bei einer vermutlich fremdenfeindlichen Attacke sind in Merseburg (Sachsen-Anhalt) drei Menschen verletzt worden - ein Afrikaner sowie seine Lebensgefährtin und ihr Enkelkind. Auch im sächsischen Sebnitz wurden Kinder bedroht und geschlagen.

In Merseburg klingelten zwei stark betrunkene Männer am Donnerstagabend an der Wohnungstür des 44 Jahre alten Mannes aus Liberia. Unvermittelt schlugen sie mit einem Schlagstock sowie einem Schlagring auf ihr Opfer ein und drängten es zurück in die Wohnung. Auch die 47-jährige deutsche Lebensgefährtin und das fünf Jahre alte Kind wurden bei der Attacke verletzt. Alle drei Opfer kamen in ein Krankenhaus.

2,5 Promille Alkohol im Blut

Die Ermittler gingen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Halle. Alarmierte Beamte nahmen noch vor Ort einen 63-jährigen Mann aus Merseburg fest, der sich fremdenfeindlich äußerte. Der mutmaßliche Angreifer hatte 2,5 Promille Alkohol im Blut.

Als mutmaßlichen Komplizen ermittelten die Beamten später einen 47-Jährigen, der ebenfalls stark alkoholisiert war. Schlagstock sowie Schlagring wurden sichergestellt. Die Männer gaben an, sich durch laute Musik in der Wohnung des Afrikaners oft gestört gefühlt zu haben. Ein Haftrichter setzte die beiden Beschuldigten am Freitag wieder auf freien Fuß. Der Staatsschutz übernahm die weiteren Ermittlungen.

Drei Flüchtlingskinder mit einem Messer bedroht

In Sebnitz sind drei syrische Flüchtlingskinder mit einem Messer bedroht und geschlagen worden. Wie die Polizei in Dresden am Freitag mitteilte, wurden die Kinder am Vorabend im Alter von fünf, acht und elf Jahren angegriffen, als sie aus einem Bus stiegen. Die Angreifer skandierten demnach rechte Parolen.

Alarmierte Polizeibeamte griffen den Angaben zufolge in der näheren Umgebung mehrere Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren auf. "Ob sie mit der Straftat im Zusammenhang stehen, wird in den nun folgenden Ermittlungen zu klären sein", erklärte die Polizei. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen und sucht nach Zeugen.

(dpa)
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