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Fernseh-Satire
"Türkischer Karnevalsverein" war getürkt
Fernseh-Satire: "Türkischer Karnevalsverein" war getürkt
Die türkischen Narren heißen in Wahrheit Jan Böhmermann und Caroline Korneli. FOTO: AP, AP
Köln. Den am Donnerstag in Köln vorgestellten ersten türkischen Karnevalsverein Deutschlands gibt es doch nicht. Er ist eine TV-Satire und wurde für eine neue RTL-Sendung ins Leben gerufen.

Ein RTL-Sprecher bestätigte am Freitag, dass es sich bei den angeblichen türkischen Karnevalisten Davut Yilmaz und Melek Cezmi um die deutschen Komiker und Schauspieler Jan Böhmermann und Caroline Korneli handelt. Beide wirken bei der Mediencomedy "TV-Helden" mit, von der RTL am 24. Januar und 31. Januar zwei Pilotfolgen ausstrahlen wird.

Die beiden Mimen hatten als angebliche Aktive des neuen türkischen Karnevalsvereins mit spektakulären Forderungen für Aufsehen gesorgt. So wollten sie mit einer "Türken-Quote" im Kölner Dreigestirn und dem Rosenmontagszug für eine angemessene Repräsentanz der türkischstämmigen Kölner im Karneval sorgen.

Die Vereinsgründung hatte in Köln für zahlreiche Debatten gesorgt. Unter anderem waren die aktiven Mitglieder in verschiedenen Internet-Foren fremdenfeindlich beschimpft worden. Am Rande der stark besuchten Pressekonferenz waren erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vereinsgründer aufgekommen. So grüßten die Vereinsmitglieder statt mit "Alaaf" mit dem in Köln verpönten "Helau". Auch kündigten sie an, mit dem Licht von Handy-Displays einen überdimensionalen Schnurrbart auf den Kölner Dom projizieren zu wollen.

Der RTL-Sprecher nannte die fingierte Pressekonferenz als "im Rahmen von Satire legitim". Auch sei niemand diffamiert worden, "schon gar nicht die Türken". Da Böhmermann und Korneli in ihren Rollen am Donnerstag auch auf mehrfaches Nachfragen die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens betonten, hatten Medienvertreter RTL einen Verstoß gegen den Pressekodex vorgeworfen.

 

Quelle: DDP
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