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Wangerooge
Experten entfernen Unterkiefer von toten Pottwalen

Tote Pottwale auf Wangerooge angespült
Tote Pottwale auf Wangerooge angespült FOTO: dpa, gfh
Wangerooge. Um Trophäenjäger erst gar nicht auf dumme Gedanken kommen zu lassen, sind den beiden toten Pottwalen auf der Nordseeinsel Wangerooge die Unterkiefer abgenommen worden.

Räuber hätten die Zähne der Tiere ansonsten teuer auf dem Schwarzmarkt verkaufen können. "Die Zähne sind aus Elfenbein", sagte Mathias Heckroth, Geschäftsführer der Naturschutzgemeinschaft Mellumrat, am Sonntag. Die wertvollen Unterkiefer der knapp 12 und 13 Meter langen Meeressäuger werden nun beim Mellumrat gelagert. Von Montag an soll überlegt werden, wie die Kadaver entfernt werden können.

Den am Freitag angeschwemmten Tieren waren bereits am Samstag Proben entnommen worden. Im Auftrag des Veterinäramtes solle so die Todesursache ermittelt werden, sagte Inselbürgermeister Dirk Lindner am Samstag. Er wollte am Nachmittag mit Niedersachsens Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz und Vertretern vom Nationalpark Wattenmeer erneut zu den Pottwalen an der Ostspitze der Insel fahren.

Die Tiere sind nur bei Niedrigwasser zu erreichen. Sie lägen vor dem Strand auf einer Sandbank, die bei Hochwasser überspült sei, sagte ein Sprecher der Naturschutzgemeinschaft Mellumrat.

"So wie es sich darstellt, sind die Tiere schon tot dort angetrieben worden", sagte Lindner, der die Pottwale schon am Freitagnachmittag in Augenschein genommen hatte. "Sie haben sich wohl verschwommen. Sobald sie in die Nordsee abbiegen, haben sie keine Chance."

Die verendeten männlichen Tiere sind 12,80 und 11,70 Meter lang. Nach Angaben der Polizei weisen sie lediglich geringe Verletzungen auf, die offenbar nicht zum Tod beigetragen haben.

(felt/dpa)
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