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Streit um Erbe vor Gericht
Zahnarzt will Sohn austricksen und fällt auf die Nase

Hamm. Weil sein Vater ihm einen Sportwagen versprach, wenn er im Gegenzug auf sein Erbe verzichtet, zog der Sohn eines Zahnarztes vor Gericht - und gewann. 

Vor Gericht hat ein Zahnarzt, der seinen Sohn beim Erbe austricksen wollte, eine krachende Niederlage erlitten. Der Mann hatte seinem Filius zum 18. Geburtstag versprochen, er könne den heiß begehrten Sportwagen seines Vaters bekommen. Davor aber hätte der Sohn viele Bedingungen erfüllen müssen: Erstmal sollte der Sohn 25 Jahre alt werden und bis dahin seine Ausbildung zum Zahntechniker mit der Bestnote abschließen.

Und auf sein Erbe sollte er vollständig verzichten. Gesagt, getan, ein Notar besiegelte den Vertrag. Doch der Sohn verlor schnell die Freude daran und zog vor Gericht, um die Nichtigkeit der Vereinbarung festzustellen. Und er bekam Recht, wie das Oberlandesgericht Hamm am Dienstag mitteilte.

Unter anderem hielt es dem Vater vor, die Unerfahrenheit seines Sohnes und dessen Schwäche für Sportwagen ausgenutzt zu haben. Seine Argumentation, er habe den Jungen zu einer zügigen und erfolgsorientierten Ausbildung motivieren wollen, sei vorgeschoben.

Der Erbverzicht sei bedingungslos, während die Gegenleistung - das Auto - nur unter Bedingungen fällig werde. Gezielt habe er den 18. Geburtstag des jungen Mannes abgewartet, weil die geschiedene, aber erziehungsberechtigte Mutter niemals zugestimmt hätte: Durchweg sittenwidrig, befanden die Richter.

 

(lnw/maxk)
 
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