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Berlin
Der Wert der Freundschaft

Berlin. Fünf alternde Freunde gründen im ARD-Film "Alleine war gestern" eine WG - mit vielen Problemen.

Wie kann man in Würde altern, wie kommt man mit den ganzen Schwierigkeiten zurecht, die das Alter mit sich bringt? Die Herausforderung ist umso schwieriger, wenn man niemanden hat, der sich um einen kümmert. Was für eine Alternative zum Alleinsein und Versauern es dann geben kann, darum geht es in "Alleine war gestern".

Fünf Freunde um die 60 ziehen gemeinsam in eine große Kölner Wohnung ein. Die hat Philip (Walter Sittler) von seiner Mutter geerbt, und nach 30 Jahren, die er als Arzt in Afrika zugebracht hat, kehrt er nun zurück. Wer mit ihm einzieht? Die Psychologin Ricarda (Charlotte Schwab), die Frau, die Philip immer wollte, aber nie bekam - und wegen der er damals wegging. Dann sein Studienfreund Harry (Paul Faßnacht), ein Taxifahrer und eingefleischter Single; der trauernde Witwer Eckart (Hans-Uwe Bauer), der auch gleich den Grabstein seiner verstorbenen Frau mitbringt; und die fidele Fleischereifachverkäuferin Uschi (Marie Gruber).

Alles okay soweit - abgesehen davon, dass das Haus keinen Fahrstuhl besitzt, die Treppen sehr steil sind und die Wohnung im ersten Stock liegt. Zunächst geht alles gut, doch dann erleidet Uschi einen Schlaganfall, ist halbseitig gelähmt, kann kaum noch sprechen und wird zum Pflegefall. Harry wird das alles zuviel und zieht aus, Eckart erstickt ohnehin schon fast an seiner eigenen Trauer, und auch die anderen fühlen sich bald überfordert. Als Uschi fast die Treppe hinunterstürzt und beinahe das Haus in Brand setzt, entscheidet sie sich für den Umzug in ein Pflegeheim.

Der Film zeigt das alles ganz genau, angefangen von den kleinen Reibereien im Alltag (Zigarettenkippen im Blumentopf, vertauschte Zahnbürsten, offener Toilettendeckel, Verschimmeltes im Kühlschrank) bis hin zu dem Eingeständnis, dass so viele ganz eigene Charakterköpfe unter einem Dach sich immer wieder neu zusammenfinden müssen. Drehbuchautorin Beatrice Meier hat ihren gleichnamigen Debütroman fürs Fernsehen etwas umgeschrieben, und gemeinsam mit Regisseurin Dagmar Seume setzt sie dabei auf eine berührende und klischeefreie Mischung aus etwas Melancholie und viel Leichtigkeit.

"Alleine war gestern", ARD, 20.15 Uhr

(dpa)
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