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Umstellung
HD-Antennenfernsehen startet Ende Mai

Berlin. Mit der Ausstrahlung von DVB-T2 HD ändert sich für die Zuschauer viel: Sie brauchen neue Geräte und müssen zahlen. Von Till Simon Nagel

Fußball im Garten, live im TV, über Antenne und in HD? Das wird in einigen Teilen Deutschlands pünktlich zur Fußball-EM möglich sein. Denn am 31. Mai beginnt der Probebetrieb für das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD in den deutschen Ballungsräumen. Zunächst mit sechs Programmen. Die wichtigsten Fakten zum Start:

Wo kann man DVB-T2 HD zuerst empfangen? Der Probebetrieb startet zunächst in den Ballungszentren. Das sind im Westen das Ruhrgebiet, der Niederrhein, Düsseldorf, Wuppertal, Aachen und Köln/Bonn. In den Städten ist der Empfang meist per Zimmerantenne möglich. Mit zunehmender Distanz zum Sender braucht man aber eine Außen- oder Dachantenne. Vorhandene DVB-T-Antennen können weitergenutzt werden.

Welche Kanäle gibt es zum Start? Anfangs werden sechs HD-Kanäle ausgestrahlt. Das Erste, ZDF, Sat.1, RTL, Vox und ProSieben. Etwa im März 2017 wird in den Regelbetrieb gewechselt. Dann gibt es in den Startregionen rund 40 öffentlich-rechtliche und private Kanäle zu sehen. Die meisten davon in HD-Auflösung. Danach beginnt der Ausbau in weiteren Regionen. Laut Veit Olischläger vom zuständigen Projektbüro DVB-T2 HD sollen bis Mitte 2019 mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mindestens per Dachantenne versorgt sein. Allerdings wird es nicht überall das volle Angebot von rund 40 Kanälen geben.

Brauche ich einen neuen Empfänger? Vermutlich ja. Alte DVB-T-Empfänger und -Fernseher können mit dem neuen Fernsehsignal nichts anfangen. Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, auf das grüne Logo mit DVB-T2-HD-Aufschrift und einem Fernseher-Symbol darüber zu achten. Wichtig: Der deutsche DVB-T2-Standard ist nicht vergleichbar mit dem aus anderen europäischen Ländern. Empfänger oder TV-Geräte müssen für das deutsche DVB-T2 HD zwingend den HEVC-Codec beherrschen. Geräte mit dem Siegel können das. Im Internet gibt es unter www.tv-plattform.de eine Liste mit geeigneten Geräten.

Stimmt es, dass man für die Privatsender bezahlen muss? Ja. Sat.1, ProSieben, Vox und RTL sind während des Probebetriebs verschlüsselt, aber kostenlos. Mit Beginn des Regelbetriebs 2017 werden die meisten Privatsender nur noch gegen Gebühr ausgestrahlt. Der Plattformbetreiber Media Broadcast wird das verschlüsselte Privatangebot unter dem Namen Freenet TV vermarkten. Ähnlich wie beim Satellitenempfang wird das Privat-TV dann - nach einer dreimonatigen Gratisphase - rund fünf bis sechs Euro im Monat kosten. Eine unverschlüsselte Ausstrahlung der Privatsender in alter SD-Auflösung wird es nicht geben. Das heißt: Wer privat schauen will, muss dafür zahlen. Geräte, die das Privatprogramm ganz sicher empfangen können, tragen ein Logo des Anbieters Freenet TV.

Wann wird das alte DVB-T abgeschaltet? Wird DVB-T2 HD eingeschaltet, ist meist Schluss mit dem alten DVB-T. Laut Projektbüro DVB-T2 HD ist noch unklar, wo es örtlich noch übergangsweise einen Parallelbetrieb mit wenigen öffentlich-rechtlichen Programmen geben wird. Wer weiter über Antenne gucken will, sollte also bis Anfang 2017 die nötigen Geräte haben.

Warum ist DVB-T2 HD besser? Es können mehr Kanäle empfangen werden als bisher. Bis zu 40 werden es sein. Sie werden überwiegend in voller HD-Auflösung ausgestrahlt.

(dpa)
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