| 11.02 Uhr

Maischberger im TV-Check
Massenmörder und Hoffnungsträger

Sandra Maischberger: Waladimir Putin und Assad - Hoffen auf Mörder
Bei Sandra Maischberger ging es beim Putin-Talk hoch her. FOTO: dpa, hka bsc sab
Düsseldorf. Bei Sandra Maischberger knallt es: Hitzig diskutiert die Runde über die Rollen Putins und Assads in der Syrienkrise. Das Problem: Muss man mit Diktatoren zusammenarbeiten, um Leben zu retten? Der Talk im Check. Von Philipp Stempel

Das Thema:  
"Russisches Roulette: Ziehen wir mit Putin in den Krieg?" Es geht um die Frage, ob der Westen angesichts der aus den Fugen geratenen Flüchtlingskrise mit dem russischen Präsidenten zusammenarbeiten muss, obwohl er kürzlich noch wegen der Ukraine-Krise ein Geächteter war.

Zwangsläufig läuft das auch auf die Rolle des syrischen Diktators Baschar al-Assad hinaus. Wer Putin mit ins Boot nimmt, holt sich Assad automatisch dazu, weil der Kreml dem syrischen Machthaber die Treue hält.

Die Gäste: 
Eine explosive Mischung. Mit dabei sind der Journalist Fritz Pleitgen, der Historiker Michael Wolffsohn, Nahost-Reporterin Antonia Rados, der Grüne Werner Schulz, der Journalist Hans-Ulrich Jörges und der syrische Oppositionelle Samir Matar.

Die Fronten: 
Weitgehend unstrittig: Bei der UN-Vollversammlung versucht Putin sich über Syrien als unverzichtbarer Partner zurück in Spiel zu bringen. Jetzt liegt es am Westen.

Contra Putin: Vor allem Schulz wird deutlich: "Es ist doch grotesk, dass Putin jetzt als Friedenstifter auf der Weltbühne zurück ist. Er hat vier Jahre lang Beihilfe zum Massenmord geleistet. Wir müssen aufpassen, dass dieser geschickte Schachzug ihn nicht wieder gesellschaftsfähig macht."

Pro Putin: Als kühl kalkulierende Weltpolitiker geben sich hingegen Jörges und Wolffsohn. Beide argumentieren: Ohne Putin gibt es keine Lösung, weder in Syrien noch in der Flüchtlingskrise.

Contra Assad: Insbesondere Matar bringt die Vorstellung, dass Assad sich auf der Weltbühne rehabilitieren könnte, um den Schlaf und befindet sich damit voll auf der Linie der syrischen Opposition. An einem Tisch mit einem Massenmörder? Ausgeschlossen! Ähnlich auch Rados: "Assad hat in Syrien keine Macht, deswegen ist er nicht die richtige Figur um gegen den IS zu kämpfen."

Pro Assad: Ist im Grunde keiner. "Niemand in der Runde wird ein Wort für Assad einlegen", sagt Pleitgen. Doch das bedeutet in seinen Augen auch, dass der Krieg kein Ende findet. Das aber sei die zentrale Frage. Seine Schlussfolgerung: Ein Waffenstillstand ist nur über Vereinbarungen mit Assad möglich. Ähnlich Jörges, der eine Kooperation mit Assad "notwendig" nennt.

Konfrontation des Abends: 
Nachdem Pleitgen über eine Lösung mit Assad sinniert hat, geht Schulz ihn an: "Verteidigen Sie doch nicht immer diesen Massenmörder!"

Polemik des Abends: 
"Haben Sie schon Ihre kugelsichere Weste gekauft?", herrscht Rados Jörges an, als ihr dessen Bodentruppen-Rhetorik den letzten Nerv raubt.

Erkenntnis des Abends:
Nicht wirklich neu, aber deutlich wird in der Diskussion mit unerbittlicher Klarheit: Politik ist ein grausames Geschäft. Die Lage in Syrien ist ein schmerzhaftes Dilemma. Opfer wird es geben, egal, welche Entscheidung man trifft. Einen Plan für ein Syrien nach Assad gibt es nicht.

Hier die Sendung in der Mediathek.

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