| 10.11 Uhr

Berlin
Verworrene Mörderjagd in Wien

Berlin. Kriminalpsychologe Richard Brock ermittelt in "Spuren des Bösen - Liebe" in Sektenkreisen. Von Klaus Breuer

Alles fängt scheinbar idyllisch an: ein Sommertag in einer Wiener Wohnsiedlung. Ein junger Mann versucht, sich Zutritt zu einem Haus zu verschaffen. Er findet ein blutiges Obstmesser im Geräteschuppen und rennt weg. Er war besorgt um die Bewohnerin, die kurz darauf tot gefunden wird. So beginnt die fünfte Folge von "Spuren des Bösen - Liebe", die heute (20.15 Uhr, ZDF) zu sehen ist. Die Hauptrolle spielt Heino Ferch als Wiener Kriminalpsychologe und Verhörspezialist Richard Brock.

Dessen Schulfreund Klaus Willer (Hary Prinz) hat sich im selben Haus verschanzt. Drinnen bietet sich für die herbeigerufene Polizei ein Bild des Schreckens. Dort liegt die blutüberströmte Leiche von Willers Ex-Freundin Lisa. Willer will, wenn überhaupt, nur einen sprechen: Brock. Die Indizien führen den Ermittler zu einer seltsamen, verschworenen Gemeinschaft. Diese Kommune nennt sich "Eden" und wird von dem Millionenerben Konstantin Steinmann (Christoph Luser) mit viel Geld unterstützt. Er hat auch das Messer entdeckt. Lisa hatte mit ihm ein Verhältnis und wurde von ihm schwanger. Dann gesteht Willer überraschend die Tat doch. Aber warum bringt jemand diejenige um, die er am meisten liebt? Brock knöpft sich die Mitglieder der Kommune vor (Emily Cox, Maximilian Brückner).

Regisseur Andreas Prochaska und Autor Martin Ambrosch arbeiten gerne zusammen, wie schon im Heimatwestern "Das finstere Tal". In dieser Folge von "Spuren des Bösen" zeigen sie neben den dunklen Seiten Wiens eine düstere Geschichte mit fast schon philosophischem Tiefgang. Eine seltsame Form von Liebe spielt darin eine Rolle, das Kainsmal zweier Brüder und schließlich ein kollektiver Selbstmord. Zu sehen ist eine sehr spezielle Sekte, die mit Religion nichts zu tun hat. Vielmehr geht es um eine heftige Kritik am Kapitalismus, die letztlich in dem Satz gipfelt: "Man kann eine Menge Dinge kaufen, die man eigentlich nicht braucht, um Menschen zu beeindrucken, die man eigentlich nicht mag". Das lassen wir jetzt mal so stehen.

"Spuren des Bösen - Liebe", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)
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