| 16.23 Uhr

Schlechte Aussichten für Waffenruhe
Assad will ganz Syrien zurückerobern

Assad und Ehefrau Asma besuchen Kirche in Damaskus
Assad und Ehefrau Asma besuchen Kirche in Damaskus FOTO: afp, EIS/ADL
Damaskus. Die Münchener Einigung auf eine baldige Waffenruhe scheint hinfällig zu sein. Syriens Präsident Assad ist nach eigenen Worten zur Rückeroberung ganz Syriens entschlossen. Inzwischen soll es auch Video-Beweise geben, dass russische Bodentruppen auf Seiten des Regimes kämpfen. 

Assad zeigt sich in dem Interview entschlossen: "Es ist nicht logisch zu sagen, dass es einen Teil unseres Landes gibt, auf den wir verzichten", sagte Assad laut Nachrichtenagentur AFP. Auf die Frage, ob er an einen Erfolg seiner Truppen bei der Rückeroberung des Landes glaube, sagte Assad, es handele sich dabei um "ein Ziel, das wir ohne zu zögern erreichen wollen".

Video-Aufnahmen sollen Russen zeigen

Einem Bericht von "Spiegel Online" zufolge gibt es inzwischen auch Video-Aufnahmen, die beweisen sollen, dass russische Bodentruppen in Syrien gegen Assads Feinde kämpfen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dies bislang immer abgestritten. Die Aufnahmen sollen russische Soldaten zeigen, die sich an einer Offensive der Regierungstruppen in der Provinz Latakia in Nordwestsyrien nahe der türkischen Grenze beteiligen.

Assad erklärte sich zugleich zu Verhandlungen über eine Beendigung des Bürgerkriegs in seinem Land bereit. Seine Regierung sei schon seit Beginn der Syrien-Krise zu "Verhandlungen und politischem Handeln" bereit, sagte Assad. Zu verhandeln bedeute aber nicht, den Kampf "gegen den Terrorismus" einzustellen, sagte Assad. Beides sei "notwendig" und voneinander "unabhängig".

Das Interview erschien kurz vor dem Beginn der Münchener Sicherheitskonferenz. Hier steht das Thema Syrien ganz oben auf der Tagesordnung. Die zuvor erzielte Münchner Einigung auf eine baldige Waffenruhe war noch am Freitag von neuen schweren Kämpfen überschattet worden.

Bei einem russischen Luftangriff im Zentrum Syriens kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 16 Zivilisten ums Leben.

(AFP)
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