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Ethische Debatte
Großbritannien lässt Genmanipulation an Embryos zu

Großbritannien lässt das erste Mal Genmanipulation an Embryos zu
Die Entscheidung dürfte zu einer neuen ethischen Debatte führen. FOTO: Shutterstock/Eric Fahrner
London. In Großbritannien dürfen im Rahmen eines Forschungsprogramms zu Frühgeburten erstmals Genmanipulationen an Embryos vorgenommen werden. Das hat die zuständige Behörde HFEA mitgeteilt.

Der entsprechende Antrag von "Dr Kathy Niakan vom Francis Crick Institute" auf eine Ausweitung der Forschungslizenz sei genehmigt worden. Dabei geht es um die Frage nach der Ursache für bestimmte Fehlgeburten. Die veränderten Embryonen dürfen aber keiner Frau eingesetzt werden, die sie dann austragen könnte.

Die Zulassung betrifft die sogenannte Crispr/Cas9-Methode, die es erlaubt, kranke Gene in der DNA zu bestimmen, um sie gezielt auszuschalten. Ein erster Versuch, diese Methode an menschlichen Embryonen anzuwenden, wurde Anfang 2015 schon einmal in China unternommen.

Die Wissenschaftler des Instituts erforschen, was in den ersten sieben Tagen nach der Befruchtung einer Eizelle geschieht. Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen. Aktives Verändern der menschlichen DNA ist äußerst umstritten und in vielen Ländern nicht erlaubt. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten.

(hebu/afp/dpa)
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