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US-Präsidentschaftsbewerber
Donald Trump und die Frage des Geldes

Hintergrund: Das ist das politische Programm von Donald Trump
Hintergrund: Das ist das politische Programm von Donald Trump
Washington. Donald Trump prahlt gern mit seinem hart erarbeiteten Vermögen. "Forbes" dürfte dies in seiner Liste der reichsten Menschen heute aber geringer angeben, als der Immobilienmogul gern behauptet. Ist bei Trump finanziell also vieles mehr Schein als Sein? Von Dana Schülbe

Der US-Moderator und Comedian John Oliver hatte sich eigentlich vorgenommen, in seiner Sendung nicht über Trump zu sprechen. Angesichs dessen Favoritenrolle vor dem "Super Tuesday" aber nahm er sich dann doch des Themas an – und zerpflückte den Republikaner regelrecht. Mit Erfolg: Auf Facebook wurde das Video mehr als 700.000 Mal geteilt, bei Youtube mehr als acht Millionen Mal angesehen. 

Ein Thema, auf das Oliver immer wieder eingeht, sind auch die Finanzen. So fragt er sich zum Beispiel, warum Trump auf seiner Webseite gleich zwei Spenden-Buttons hat, wenn er doch immer wieder prahlt, den Wahlkampf aus eigener Tasche bezahlen zu können – und hat damit natürlich die Lacher auf seiner Seite.

Von ungefähr kommen die Anspielungen auf Trumps Vermögen nicht. Der Immobilienmogul fühlt sich etwa vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" unfair behandelt, weil es sein Vermögen zu niedrig ansetzt. Trump selbst tönte, er sei zehn Milliarden Dollar schwer, "Forbes" schätzte es zuletzt auf 4,5 Milliarden Dollar. Am heutigen Dienstag veröffentlicht das Magazin erneut seine Liste der reichsten Menschen – und auch dann dürfte Trump wieder die Nase rümpfen. Zumal nicht nur "Forbes" sein Vermögen niedriger ansetzt, Bloomberg schätzt es auf 2,9 Milliarden Dollar.

Ärgerlich für Trump dürfte dies vor allem sein, weil er im Wahlkampf immer wieder betont hatte, wie reich er sei. In einem CNN-Interview hatte er mal gesagt, er verdiene 400 Millionen im Jahr, er könne im Notfall auch eine Milliarde in seinen Wahlkampf stecken. Tatsächlich verzichtet Trump auf Großspender, wie es im amerikanischen Wahlkampf inzwischen üblich ist. Was an Spenden über seine Webseite oder über den Kauf von Merchandising-Artikeln dort reinkommt, dürfte vermutlich eher im kleineren Bereich angesiedelt sein.

Die Spenden für Veteranen

Für Aufregung sorgte er aber, als er die letzte TV-Debatte vor den Vorwahlen absagte, weil er – wie es später von Fox News hieß – für den Auftritt eine Fünf-Millionen-Dollar-Spende für seine Wohltätigkeitsorganisationen hätte haben wollen. Trump hatte immer wieder zu Spenden für Veteranen aufgerufen. Sechs Millionen Dollar seien bis kurz vor der Vorwahl in Iowa zusammengekommen, er selbst habe eine Million gespendet, verkündete der Immobilienmogul.

Ende Januar hatte CNN allerdings berichtet, dass Trumps Wahlkampfteam nicht sagen wolle, welche Gruppen denn die Spenden erhalten hätten. Der Sender selbst schrieb damals auf seiner Webseite, dass sie zehn Organisationen angefragt hätten, aber nur eine habe angegeben, von Trumps Team diesbezüglich angesprochen worden zu sein.

Das Erbe des Vaters

Das Image des schwerreichen und vor allem schwer arbeitenden Trumps jedenfalls wollen seine Gegner nicht wirklich gelten lassen. So hatte etwa sein republikanischer Konkurrent Marco Rubio bei einer Debatte gesagt: "Wenn er nicht 200 Millionen geerbt hätte, wisst ihr wo Donald Trump jetzt wäre? Uhren verkaufen in Manhattan." Und auch John Oliver lästerte in seiner Sendung: "Ja, er hat mehr Geld gemacht als die meisten von uns. Aber nicht nur, dass er Millionen von seinem Vater geerbt hat, er hat auch eine Menge davon in den Sand gesetzt."

Bei Null angefangen hat Trump tatsächlich nicht. Sein Vater Fred verdiente in der Baubranche selbst Millionen. Sohn Donald ging auf Privatschulen und stieg nach dem Studium in die Firma ein. Er hat das Geschäft ausgebaut, den Namen zu einer Marke gemacht, das war sein Verdienst. Aber er hat auch Konkurserfahrungen – so ging 1991 das erste von vier Trump-Spielcasinos pleite. Das "Taj Mahal" hätte ihm sogar Privatvermögen kosten können, weil er Schulden persönlich garantiert hatte. Es gelang ihm aber, Vereinbarungen auszuhandeln, die ihm schwere Verluste ersparten. 

mit Agenturmaterial

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