| 14.08 Uhr

Fernsehdebatte der Republikaner
Trump: "Ich bin gerne unberechenbar"

US-Wahl 2016: Gegenwind für Donald Trump und Ben Carson
Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bekam bei der neuesten TV-Debatte viel Gegenwind von seinen Rivalen. Vor allem Senator Marco Rubio nahm ihn ins Kreuzfeuer. FOTO: afp, pw
Boulder. Die zehn bestplatzierten Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in den USA haben sich eine dritte Fernsehdebatte geliefert. Dabei schossen sich die innerparteilichen Rivalen vor allem auf die beiden derzeitigen Favoriten, Donald Trump und Ben Carson, ein. Trump gab sich trotzdem siegessicher.

Deren Pläne zu drastischen Steuersenkungen wurden als "Fantastereien" kritisiert. Millionen Zuschauer verfolgten am Mittwoch (Ortszeit) die etwa zweistündige Debatte im Fernsehsender "CNBC". 

Trump wurde gleich zu Beginn der Debatte in der Universität von Colorado in Boulder von seinen Mitbewerbern angegriffen. "Wir sind dabei, jemanden auszuwählen, der nicht fähig ist, diese Arbeit zu machen", sagte etwa John Kasich, Gouverneur von Ohio. "Leute, wir müssen aufwachen." Die Republikaner müssten jemanden ins Rennen um das Weiße Haus schicken, der Erfahrung habe.

Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident FOTO: afp, so

Sowohl Trump als auch der frühere Neurochirurg Carson, der einzige Afroamerikaner in der Runde, sind Politnovizen. Dank ihrer Rhetorik, die sich teils aggressiv gegen das Establishment wendet, haben sie Umfragen zufolge jedoch gemeinsam etwa so viel Unterstützung der Parteibasis wie alle anderen Bewerber zusammen.

Carson hatte in einer Umfrage von Dienstag erstmals den bislang führenden provokanten Milliardär Trump überflügelt. Dieser wurde am Mittwoch von seinen parteiinternen Gegnern wegen seiner als unrealistisch verurteilten drastischen Steuersenkungspläne sowie seines Vorschlages kritisiert, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen.

Auf die Pleite mehrerer seiner Immobilienprojekte in früheren Jahren angesprochen, konterte Trump mit den Worten: "Ich bin wirklich sehr gut darin, Schuldenprobleme zu lösen." Auf die Frage, ob er in New York manchmal eine Waffe trage, sagte er: "Manchmal. Aber ich bin gerne unberechenbar."

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

Carson hatte ebenfalls Mühe, seinen Vorschlag zu verteidigen, einen einheitlichen Steuersatz von zehn Prozent zu verteidigen. Zudem verhedderte er sich mehrfach in endlosen Sätzen. Die Fernsehdiskussion drehte sich hauptsächlich um Wirtschaftsthemen, am Rande kamen aber auch Themen wie die Legalisierung von Marihuana, die Waffengesetze und die Rentenpolitik zur Sprache.

Zu den weiteren Teilnehmern der Debatte gehörten auch Jeb Bush, Ted Cruz und als einzige Frau Carly Fiorina. Ex-Gouverneur Bush, Bruder des früheren Präsidenten George W. und Sohn des früheren Präsidenten George H. W. Bush, enttäuschte viele Beobachter. Bis auf seine Kritik an dem Konkurrenten Marco Rubio, der im Senat vor allem durch Abwesenheit glänze, blieb Bush farblos. Derzeit liegt er in Umfragen hinter Rubio auf Platz vier.

Donald Trump und Co. – Promis in der Politik FOTO: ap

Die frühere HP-Chefin Fiorina, die bei der letzten Debatte einen starken Auftritt absolviert hatte, ließ dieses Mal mit einer Attacke gegen die Demokratin Hillary Clinton aufhören. "Ich bin vielleicht noch nicht Ihre Traumkandidatin. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich Hillary Clintons schlimmster Alptraum bin", sagte sie. Die frühere Außenministerin Clinton gilt bei den Demokraten als Favoritin für die Kandidatur.

Die nächste Fernsehdebatte der Republikaner ist für den 10. November angesetzt. Die Präsidentschaftswahl findet im November 2016 statt. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten.

(AFP)
 
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