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Bundespräsident wurde verunglimpft
Wulff klagt wegen Beleidigung bei Facebook
Petra Diroll ist Wulffs neue Sprecherin
Petra Diroll ist Wulffs neue Sprecherin FOTO: dpa, Wolfgang Kumm
Dresden. Wegen Verunglimpfung des Bundespräsidenten muss sich demnächst ein Zittauer vor dem Landgericht Dresden verantworten. Nach Angaben des Gerichts vom Donnerstag wird dem 45-Jährigen vorgeworfen, auf seiner Facebook-Seite im Internet Bundespräsident Christian Wulff und dessen Frau Bettina beleidigt zu haben.

Spätestens Ende 2010 habe er ein Foto des Präsidenten-Paars veröffentlicht und dazu angemerkt, Bettina Wulff fehle eigentlich nur noch ein "Schiffchen auf dem Kopf" und sie sehe aus wie ein "Blitzmädel im Afrika-Einsatz". Weiter hieß es da zu Wulff: "Hübsch, wenn dieser Herr daneben nicht wäre."

Auf dem Foto soll zu sehen gewesen sein, dass die Präsidentengattin den Arm zum Hitlergruß ausgestreckt hatte. Unklar sei, ob es sich bei dem Foto um eine beabsichtige Montage oder einen Zufallstreffer in vermeintlich rechtsextremer Pose handelt.

Wulff persönlich zeigte den Inhaber der Facebook-Seite im Dezember 2010 an. Das sei notwendig, um den Vorwurf verfolgen zu können, sagte Landgerichtssprecher Ralf Högner. Bei einem solchen Straftatbestand sei vorgesehen, dass sich die Staatschutzkammer mit dem Fall befassen muss. Dem Angeklagten drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Es ist einer der ersten Prozesse der Staatsschutzkammer im Januar. Die Verhandlung soll am 11. Januar 2012 um 13.00 Uhr stattfinden.

Als Blitzmädels wurden im Zweiten Weltkrieg Wehrmachtshelferinnen bezeichnet. Hunderttausende Frauen und auch Mädchen waren in den letzten Kriegsmonaten im Militäreinsatz, auch in besetzten Gebieten. Sie leisteten Hilfsdienste, wurden aber auch an Flugzeugabwehrkanonen ausgebildet und eingesetzt. Die Bezeichnung "Blitzmädel" ist abgeleitet von dem Blitz-Symbol der Fernmeldetruppen.

Quelle: DAPD
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