| 11.53 Uhr

Erlaubnis für Schusswaffen
Polizeigewerkschaft kritisiert geplantes EU-Waffenrecht

Polizeigewerkschaft kritisiert geplantes EU-Waffenrecht
FOTO: AP, AP
Brüssel. Die geplante Verschärfung des EU-Waffenrechts geht der Deutschen Polizeigewerkschaft zu weit. Die Europäische Union schieße mit ihrer Regelungswut über das Ziel hinaus, sagte ein DPolG-Sprecher. Die Bevölkerung werde kriminalisiert. 

Es werde zwangsläufig zu einem Anstieg der Fallzahlen bei Waffendelikten kommen, weil viele Bürger die neuen Regelungen nicht verstünden oder nicht auf die bereits in ihrem Besitz befindlichen Waffen beziehen würden, sagte der Sprecher.

Am Freitag hatten sich die EU-Innenminister bei einem Treffen in Brüssel auf neue Regeln für den Waffenbesitz geeinigt. Demnach müssen künftig Schreckschusswaffen und Gaswaffen bei Behörden registriert werden. Solche Pistolen oder Gewehre sind bisher ab 18 Jahren frei verkäuflich und genehmigungsfrei.

FOTO: graf/Schnettler

500.000 Genehmigungen müssten erneuert werden 

Zudem sollen alle fünf Jahre etwa Sportschützen und Jäger ihre Erlaubnis für Schusswaffen erneuern lassen. "Eine solche Befristung bedeutet einen sehr hohen und unnötigen Verwaltungsaufwand", kritisierte der Gewerkschaftssprecher. Allein in Deutschland müssten jährlich mehr als eine halbe Million Erlaubnisse erneuert werden.

Über den Vorstoß der EU-Innenminister soll nun im Europaparlament verhandelt werden. Es werden Änderungen erwartet.

(dpa/jeku)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Polizeigewerkschaft kritisiert geplantes EU-Waffenrecht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.