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Istanbul
Hagia Sophia - Symbol zwischen Ost und West

Istanbul. Wer einen symbolträchtigen Ort für die wechselvolle Geschichte zwischen Osten und Westen, zwischen Islam und Christentum sucht, wird nichts Aussagekräftigeres finden als die Hagia Sophia. Und genau an dieser Nahtstelle ereignete sich nun der Terroranschlag. Man muss dabei gar nicht das beliebte Viertel mitsamt der Blauen Moschee und dem Obelisken betrachten, es reicht die Hagia Sophia - also die heilige Weisheit, wie ihr griechischer Name lautet.

Im 6. Jahrhundert wurde sie erbaut und war über 900 Jahre lang die größte Kirche im byzantinischen Imperium. Sie war die Hauptkirche Konstantinopels und ihr geistiges Zentrum. Bis Mehmed II. die Stadt eroberte und das Bauwerk in eine Moschee umwandeln ließ. Das war 1453. Den Sultanen diente sie als Vorbild, ablesbar ist das noch heute an der Blauen Moschee, die der Hagia Sophia direkt gegenüberliegt und 1616 erbaut wurde. Die Stürme der Zeit sind über die Sophienkirche hinweggefegt und mit ihr die Weltbilder, die den Herrschern dienlich waren. Staatsgründer Atatürk statuierte an ihr ein laizistisches Exempel und erklärte das Gotteshaus 1935 zum Museum. Das ist es bis heute. Doch es gibt Forderungen, sie wieder zur Moschee zu machen. Dem Aufruf zum Morgengebet vor der Hagia Sophia folgten vor knapp zwei Jahren über 100.000 Menschen.

(los)
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