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In Syrien wird der falsche Krieg geführt

Auch wenn noch umstritten ist, wie genau es zum Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im türkisch-syrischen Grenzgebiet kam, so war dieser Zwischenfall doch vorhersehbar. Und er kann sich jederzeit wiederholen. Das liegt vor allem daran, dass die verschiedenen Akteure völlig unterschiedliche Ziele verfolgen. Während die Staaten der Koalition sich darauf konzentrieren, den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak anzugreifen, bombardieren die Türken weiter auch die Stellungen kurdischer Kämpfer, als wären diese nicht das derzeit wichtigste Bollwerk gegen den IS. Und Wladimir Putins Piloten greifen jeden an, der gegen Syriens Diktator Baschar al Assad die Waffe erhebt, besonders gerne aber Rebellen-Gruppen, obwohl diese ebenfalls gegen den IS kämpfen. Von Matthias Beermann

Der Abschuss hat deutlich gemacht, wie schwierig es sein wird, die große Allianz gegen die Terror-Armee des IS zu bilden, der jetzt alle das Wort reden. Solange Russen und Türken nicht aufhören, unter dem Banner des Kampfes gegen die Dschihadisten in Wirklichkeit vor allem ihre ganz eigenen Kriege zu führen, ist ein solches Bündnis nichts wert. Schlimmer noch, es spielt den Terrorfürsten des selbst ernannten IS-Kalifats in die Hände.

Quelle: RP
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