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Düsseldorf
Steuersenkung kommt bei der Mittelschicht nicht an

Hintergrund: Steuertrick und Steuerbetrug
Hintergrund: Steuertrick und Steuerbetrug FOTO: dpa, fz
Düsseldorf. Viele Arbeitnehmer, die in den nächsten Tagen ihre Gehaltsabrechnung bekommen, werden enttäuscht sein. Trotz der kleinen Steuerreform, in deren Zuge der Bundesfinanzminister in diesem Jahr auf fünf Milliarden Euro an Steuereinnahmen verzichtet, steigt bei vielen das Nettoeinkommen nur wenig oder sinkt sogar. Das geht aus den Berechnungen des Bundes der Steuerzahler für unsere Redaktion hervor. Grund sind die höheren Abgaben für die gesetzliche Krankenversicherung, die die Steuersenkung ganz oder teilweise aufzehren.

Das trifft insbesondere die Mittelschicht, die nicht nur von der Erhöhung der Zusatzbeiträge, sondern auch von der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze betroffen ist. Zugleich wird sie durch die Anhebung des Grund- und Kinderfreibetrags nicht so stark entlastet wie Spitzenverdiener. "Die Belastung deutscher Haushalte liegt nach wie vor weit über dem, was in den meisten anderen Industrieländern üblich ist", kritisiert Volker Stern vom Steuerzahler-Bund. Er hat die Berechnung für vier Musterhaushalte aus Düsseldorf, Krefeld, Neuss und Duisburg vorgenommen.

Frank Hechtner von der FU Berlin kommt zu ähnlichen Ergebnissen: "Von der starken Steuerentlastung bleibt in diversen Fällen nicht viel übrig." Schlecht sieht es insbesondere für Familien aus, die zwischen 6000 und 7000 Euro brutto im Monat verdienen.

(anh)
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