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Viel Klima-Pathos

Das Pathos der Staatschefs zum Auftakt des Klimagipfels zeigt: Das Problem ist erkannt, die Mittel gegen den Klimawandel liegen auf dem Tisch. Ohne mittelfristigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist die Erderwärmung nicht zu stoppen. Doch der Weg dahin ist steinig. Die Welt hat kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Von Antje Höning

Der Gipfel hat kaum begonnen, da markieren alle Länder ihre Partikularinteressen. Obama will kein Abkommen, das an den ölfreundlichen Republikanern im Kongress scheitert. Die Saudis wollen von einer Welt ohne Öl gar nichts wissen. Und wie Chinas Milliardenvolk allein mit Ökostrom versorgt werden kann, steht auch in den Sternen. Selbst die Kanzlerin, die sich an der Spitze der Klima-Bewegung sieht, hat bei der praktischen Politik schon oft enttäuscht. Sie hat scharfe CO2-Ziele für deutsche Autohersteller ebenso verhindert wie eine sinnvolle Klimaabgabe für Kraftwerke. Es ist zu befürchten, dass der Gipfel mit viel Pathos und wenig Konkretem endet. Dabei brauchen gerade Kohle-Ökonomien rasch einen klaren Ausstiegsplan, auf den sie sich einstellen können.

Quelle: RP
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