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Meerbusch: Tierquälerei in Büderich

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 07.10.2011

Meerbusch (RP). Ein Unbekannter hat auf der so genannten Böhler-Wiese eine frei zugängliche Bügelfalle aufgestellt. Ein gefangener Iltis musste nach stundenlangem Todeskampf eingeschläfert werden. Die Polizei ermittelt.

Die Wiese neben dem Böhlergelände ist ein beliebter Auslaufort für Hunde. Nun wurde am Rand der Wiese eine Falle gefunden. Hundebesitzer sind verunsichert.  Foto:  Ulli Dackweiler
Die Wiese neben dem Böhlergelände ist ein beliebter Auslaufort für Hunde. Nun wurde am Rand der Wiese eine Falle gefunden. Hundebesitzer sind verunsichert. Foto: Ulli Dackweiler

Nachdem in den vergangenen Jahren mehrfach Giftköder für Aufregung bei Büdericher Hundehaltern sorgten, taucht nun eine Bügelfalle am Rand eines beliebten Hundeauslaufplatzes auf. Das unter Missachtung geltender Jagdvorschriften aufgestellte Fanggerät kostete einen Iltis auf qualvolle Weise das Leben.

Ein Tierschützer erstattete Anzeige. Die Polizei machte den Vorfall nicht öffentlich. Auf Anfrage der RP bestätigten die Beamten den Eingang der Anzeige und den Fund der Falle. "Unsere Ermittlungen sind abgeschlossen, die Akte geht in Kürze an die Staatsanwaltschaft", teilte eine Polizeisprecherin mit. Bürger suchen inzwischen nach weiteren Fallen, die auch eine Gefahr für Hunde, Katzen oder auch Kleinkinder sein könnten.

Der Iltis in der Bügelfalle. Der schwer verletzte Nager wurde von einem Büdericher Tierarzt eingeschläfert. Foto: Ulli Dackweiler

Bügelfalle war zugeschnappt

Beim Spazierengehen hatte eine Büdericherin Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr am Rand der so genannten Böhler-Wiese nahe der Oststraße eine schockierende Entdeckung gemacht: In einer offen im Gebüsch liegenden, zugeschnappten Bügelfalle war ein Iltis eingeklemmt, der sich panisch zu befreien versuchte. Die Frau rief die Feuerwehr. Die Wehrleute brachten den kleinen Marder zum Tierarzt. Angesichts der Schwere der Verletzungen am Brustkorb musste das Tier eingeschläfert werden. Kreispressesprecher Harald Vieten kommentiert den Vorfall mit deutlichen Worten: "Das ist eine große Sauerei." Wer die Falle aufgestellt habe, habe in mehreren Punkten gegen das Jagdrecht verstoßen.

Die Jagd auf Marder mit Fallen ist an sich nicht illegal, wenn sie fachmännisch durch den jeweiligen Jagdpächter erfolgt. Die Fallen müssen dabei verblendet werden, etwa in einem Behälter mit einem Loch (einem so genannten Fangbunker), damit nur die zu jagenden Tiere gefangen werden und – beispielsweise – keine Hunde oder Katzen zu Schaden kommen. Fallen müssen eine Mindest-Bügelweite haben, um den schnellen Tod des Tieres zu garantieren – bei der Jagd auf Marder sind dies 37 Zentimeter. Bei der Büdericher "Mini-Falle" waren es lediglich etwa 20.

Offen in der Landschaft liegende, scharf gestellte Bügelfallen sind höchst gefährlich und daher strikt verboten. Fallen müssen zudem zwei Mal am Tag kontrolliert werden, um gefangene Tiere nicht lange leiden zu lassen, unterstreicht Dr. Gerhard Fischer, Leiter des Kreisveterinäramts.

Die Untere Jagdbehörde wartet zurzeit auf nähere Informationen der Polizei. Dann will sie Kontakt mit dem örtlichen Jagdpächter aufnehmen, und ihn um Unterstützung bei der Suche nach weiteren Fallen bitten. Dr. Fischer kann sich nicht vorstellen, dass ein Jäger derart unsachgemäß mit einer Falle umgehen würde. Er vermutet, dass Wilderei vorliegt. Noch seien allerdings viele Fragen offen. Die Aufstellung solcher Fallen sei im Kreis glücklicherweise recht selten.

Quelle: RP


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