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Düsseldorfer EG
DEG fährt zum Angstgegner Iserlohn

Düsseldorfer EG: DEG fährt zum Angstgegner Iserlohn
Tyler Beskorowany wurde in der vergangenen Saison zum Torhüter des Jahres gewählt, doch gegen Iserlohn musste er ungewohnt oft hinter sich greifen. FOTO: dpa
Düsseldorf. Gegen keine andere Mannschaft haben die Düsseldorfer in der vergangenen Saison so hoch verloren. 0:8 und 1:8 endeten die Begegnungen im Sauerland. Ein derartiges Debakel will die DEG heute unbedingt verhindern. Von Thomas Schulze

Tyler Beskorowany war der Garant des DEG-Erfolgs. Der Kanadier, der von der Deutschen Eishockey Liga zum "Torhüter des Jahres" gewählt wurde, war in der vergangenen Saison kaum zu überwinden. Er kassierte in 42 Spielen 103 Gegentore und parierte 92,3 Prozent aller Schüsse. Doch von den Iserlohn Roosters wurde auch er ungewohnt oft bezwungen – 13 Mal in nur 150 Minuten. Er konnte die Flut von Gegentreffern ebenso wenig verhindern wie Lukas Lang und Benedict Roßberg, die es ebenfalls gegen die Sauerländer zwischen den Pfosten versuchten. Insgesamt kassierten die Düsseldorfer in den vier Begegnungen 25 Gegentore. Sie verloren 0:8 und 1:8 in Iserlohn; daheim gewannen sie 5:3 und unterlagen 3:6. "Das war sehr schmerzhaft", sagt Co-Trainer Tobias Abstreiter. "Wir sind zweimal regelrecht untergegangen."

Heute geht es wieder nach Iserlohn, und diesmal soll natürlich alles anders werden. Aber das wird nicht leicht in dem Hexenkessel dort. Die Mannschaft aus der reichen Metropole Düsseldorf ist in ländlichen Region nun nicht gerade beliebt. Diese Rivalität wird von den Fans seit Jahren gepflegt und lebendig gehalten. Und die Gastgeber versuchen mit Hilfe akustischer Lautstärke, nicht nur den Gegner einzuschüchtern, sondern auch auf die Schiedsrichter einzuwirken.

"In dem Hexenkessel ist es immer schwierig", bestätigt Trainer Christof Kreutzer, der seine Schützlinge aber nicht warnen, sondern stärken will. "Man darf dort nicht zu viel Respekt haben. Wenn man abwartend und zögerlich spielt, hat es schon dreimal geklingelt."

Aber was soll er seine Spieler auch warnen? Bis auf den aus Finnland neu hinzu gekommenen Verteidiger Joonas Rönnberg haben alle schon in Iserlohn gespielt. "Deshalb darf das überhaupt kein großes Thema sein, aber man muss drüber sprechen. Jeder muss den Ehrgeiz haben: Das darf nicht noch mal passieren. Die erfahrenen müssen den jungen Spielern helfen, und auch nach einem Gegentor muss man clever spielen."

Die Begegnung in Iserlohn ist der Auftakt zu einem ersten Power-Pack mit fünf Spielen in zehn Tagen: Sonntag kommt Krefeld zum Derby, Dienstag der finnische Meister Oulu zum Champions-League-Hinspiel, dann geht es Freitag nach Mannheim und Sonntag nach Straubing.

Besonders auf die Heimspiele gegen Krefeld und Oulu freut sich Kreutzer. "Das Derby weckt immer viele Emotionen", sagt er. "Das macht nicht nur den Spielern, sondern auch den Fans Spaß. Da zählt kein Tabellenstand, sondern nur dieses eine Spiel."

Dienstag gegen Kärpät Oulu geht es dann auf internationaler Bühne auf höchstem Niveau weiter. "Da wird uns alles abverlangt, da müssen wir an die Grenzen gehen", sagt der Trainer, der sich weitere Videoaufnahmen von den Finnen besorgt hat. "Die haben in der Vorrunde in vier Spielen nur ein einziges Gegentor kassiert." Beim 4:1-Sieg gegen Krefeld, das in der Vorrunde ausgeschieden ist.

Doch heute ist Liga-Alltag. Entsprechend betont Kreutzer: "Mein Fokus liegt nur auf Iserlohn." Dort wird Mathias Niederberger das Tor der DEG hüten. "Wir müssen uns bei dem strammen Programm in den nächsten Tagen die notwendige Frische bewahren", sagt Kreutzer, so dass das Wechselspiel zwischen den Pfosten munter weitergehen dürfte. Tobias Abstreiter gibt sogar fünf Euro für das Phrasenschwein, doch sein Motto steht: "Mit kühlem Kopf und heißem Herzen."

Quelle: RP
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