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Striptease beim Malaysia-Rennen
Australische Ricciardo-Fans sitzen seit drei Tagen im Knast

Formel 1: Australische Ricciardo-Fans sitzen seit drei Tagen im Knast
Was nach Spaß aussieht, wurde für die Männer bitterer Ernst. FOTO: ap, MDB
Sepang. Die neun australischen Formel 1 Fans, die sich am Sonntag nach dem Sieg ihres Landsmannes Daniel Ricciardo bis auf die Unterhose ausgezogen hatten, sitzen in Malaysia weiterhin im Gefängnis. Nun meldet sich erstmal die australische Regierung zu Wort.

Rückblick: Der überraschende Sieg ihres Landsmannes löste bei den jungen Männern, die zwischen 25 und 29 Jahre alt sind, solche Glücksgefühle aus, dass sie sich bis auf die Unterhose auszogen und so den Sieg feierten. Pikant war dabei, dass die Unterhosen die Optik der malaysischen Flagge hatten.

Dies soll auch der Hauptgrund für die Verhaftung der Männer gewesen sein. Sie sitzen nun wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und mangelndem Respekt vor der Nationalflagge im Gefängnis. Laut der Polizei drohen ihnen bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe.

Nun äußerte sich erstmals die australische Regierung zu diesem Vorfall. Außenministerin Julie Bishop verneinte dabei Berichte, nach denen die Handlung nur ein spontaner Aussetzer der Männer gewesen sei. "Sie haben die Aktion eindeutig geplant. Die Männer haben extra die gleichen Unterhosen getragen, die sie bereits in Australien gekauft hatten", sagte Bishop dem TV-Sender "Nine Network". Die Regierung könne den Männern konsularische Unterstützung bieten, aber sie könne sie nicht freikaufen.

Premierminister Malcom Turnbull wollte sich nicht dazu äußern, ob die Festnahme der neun Männer verhältnismäßig sei. "Wir empfehlen unseren Bürgern immer wieder, im Ausland nicht in unnötige Probleme zu geraten. Deshalb verlangen wir von ihnen, die Gesetze in den Ländern, in denen sie sich aufhalten, zu respektieren."

Vize-Premierminister Barnaby Joyce teilte am Dienstag mit, dass das Verhalten der Männer zwar unangebracht war, er aber dennoch hoffe, dass die Malaysier erkennen, dass keine böse Absicht dahintersteckt. "Wenn du in einem fremden Land bist musst du dich besonders vorsichtig verhalten. Aber ich bin mir sicher - oder hoffe zumindest - das die Malaysier verstehen werden, dass die Männer nicht böswillig gehandelt haben. Ihr Verhalten war äußerst dumm, aber keinesfalls boshaft."

Die Staatsanwaltschaft in Sepang will am Mittwoch entscheiden, ob Anklage gegen die Männer erhoben wird.

(mt)
 
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