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Bayer Leverkusen
"Ich bin in der Pflicht, meiner Mannschaft zu helfen"

Schmidt schon wieder auf die Tribüne geschickt
Schmidt schon wieder auf die Tribüne geschickt FOTO: dpa, a hpl
Leverkusen. Leverkusens Trainer braucht Erfolgserlebnisse, um den Negativtrend zu stoppen. Die heutige Partie beim VfL Wolfsburg wird er aufgrund seiner Innenraumsperre erneut nicht an der Linie verfolgen.

Wenn es stimmt, was Roger Schmidt vor dem heutigen Spiel in Wolfsburg erklärte, dann hat der Trainer von der öffentlichen Diskussion um seine Person nicht wirklich etwas mitbekommen. Er habe zuletzt weder etwas gelesen, noch gehört, versicherte er. Die aufkommenden Zweifel an seiner Zukunftsfähigkeit als Trainer von Bayer Leverkusen, "tangieren mich überhaupt nicht", sagte Schmidt.

Unabhängig jeder Kritik wisse er um die Bedeutung der nächsten drei Partien. "Für uns steht viel auf dem Spiel." Vor dem schweren Auswärtsduell in Wolfsburg (heute, 15.30 Uhr) spricht er über ...

... die sportliche Situation: "Es sind stürmische Zeiten für uns als Mannschaft und auch für mich als Trainer. Natürlich haben wir schon eine gewisse Erfahrung mit schwierigen Situationen. Was aber auch normal ist, wenn man wie Bayer 04 eine solch hohe Erwartungshaltung zu erfüllen hat. Das haben wir in der Vergangenheit aber sehr gut hinbekommen und sind immer wieder gestärkt aus solchen Situationen hervorgegangen. Das werden wir jetzt auch schaffen. Da bin ich als Trainer gefordert und in der Pflicht, meiner Mannschaft zu helfen. Was dabei hilft, sind gute Spiele."

... sein Innenraumverbot: "Ich werde auf jeden Fall im Stadion sitzen. Dass ich im Rahmen meiner letzten Sperre nach Spanien geflogen bin, um Villarreal zu beobachten, haben wir damals so entschieden. Letztlich sind wir trotzdem ausgeschieden. Also das hat nicht ganz so viel gebracht."

... die Gründe der sportlichen Misere: "Es gibt sicherlich viele kleine Gründe, die ich jetzt nicht alle aufzählen möchte. Am Anfang sind uns ein paar Spieler weggebrochen: Karim Bellarabi, Chicharito und Kevin Volland mit Handbruch, Stefan Kießling mit Hüftproblemen. Das hat uns offensiv Substanz gekostet. Gefühlt fällt es uns im Moment schwer, Tore zu erzielen. Außerdem haben wir ein paar Spiele knapp verloren - letztlich verdient, weil wir gerade auswärts ein bisschen fahrlässig waren. Dann läuft man sehr schnell den Erwartungen hinterher, wenn man nicht regelmäßig auf hohem Niveau gespielt hat. Wir sind im Pokal ausgeschieden auf eine Art und Weise, die extrem ärgerlich ist und ultrafahrlässig war."

... die Chance, wie im Frühjahr erneut die Trendwende zu schaffen: "In der vergangenen Saison war die personelle Situation noch schwieriger. Trotzdem sind wir als Mannschaft sehr geschlossen aufgetreten, sind jedes einzelne Spiel mit sehr viel Intensität und Freude angegangen und haben so sieben Spiele in Folge gewonnen. Diese Geschlossenheit müssen wir erst einmal wieder hinbekommen. Die Mannschaften, die im Moment an der Spitze stehen, machen einen sehr stabilen Eindruck. Teams wie Leipzig, Berlin oder Hoffenheim haben den Vorteil, sich eine Woche auf ein Spiel vorbereiten und auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Das ist im Kampf um die internationalen Plätze nicht zu unterschätzen und macht es vielleicht dieses Jahr noch schwieriger."

... das indirekt formulierte Ultimatum seitens der Vereinsverantwortlichen: "Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass alle daran arbeiten und wollen, dass wir in dieser Konstellation eine erfolgreiche Saison spielen. Das hat uns schon in anderen Spielzeiten stark gemacht. Und dafür sind wir auch belohnt worden, dass wir gemeinsam durch die Saison gegangen sind. Jetzt haben wir wieder eine schwierige Situation. Ich bin meiner Verantwortung bewusst. Das Vertrauen möchte ich zurückgeben."

... die Reaktion der Spieler nach dem Pokal-Aus: "Auch die Spieler sind in der schwierigen Situation, den Ansprüchen gerecht werden zu müssen. Solche Situationen wie jetzt haben aber immer dazu geführt, dass sie sich darauf besonnen haben, was wichtig ist und wie stark wir auf Geschlossenheit angewiesen sind. Um erfolgreich zu sein, braucht man eine funktionierende Mannschaft - da ist jeder in der Verantwortung. Ich hab das Gefühl, dass die Spieler das genau so sehen." Sport Seite

Stefanie Sandmeier fasste zusammen

Mögliche Aufstellung: Leno - Jedvaj, Tah, Dragovic, Henrichs - Baumgartlinger, Aranguiz - Brandt, Kampl - Kießling, Chicharito.

Quelle: RP
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