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Bayer Leverkusen
Schmidt will mit Bayer 04 Außergewöhnliches erreichen

Schmidt kehrt nach Sperre auf Bayers Bank zurück
Schmidt kehrt nach Sperre auf Bayers Bank zurück FOTO: dpa, fg htf
Leverkusen. Stur soll er sein. Impulsiv, und mancher findet Roger Schmidt sogar arrogant. Andere nennen ihr ehrgeizig und besessen von dem, was er tut - was den Umgang mit ihm nicht immer einfach macht. "Ich lebe für den Fußball und habe nur Zeit für Fußball und Familie. Auf etwas anderes kann ich mich nicht einlassen", sagt Bayers Trainer und spricht über die schwere sportliche Situation, seine Ziele und die EM-Chancen von Jonathan Tah.

Roger Schmidt über ...

... die Kritik der vergangenen Wochen, Spekulationen um eine vorzeitige Trennung und den Umgang mit der Negativserie: "Ganz ausblenden kannst Du die Kritik nicht, aber ich bekomme davon wenig mit, weil ich viel zu tun habe. Wenn schon die Mannschaft, die permanent im Drei-Tages-Rhythmus spielt, kaputt und enttäuscht ist, weil sie verloren hat, darf der Trainer nicht den Eindruck vermitteln, als ob alles zusammenbrechen würde. Meine persönliche Situation und die damit verbundenen Schwierigkeiten durch meine Sperre habe ich ausgeblendet. Ich habe mich darauf konzentriert, die Mannschaft gut vorzubereiten und nach vorne zu schauen."

... die Rückkehr einer positiven Grundstimmung bei Bayer 04: "Die ist immer da, wenn man Spiele gewinnt. Für Siege gibt es keinen Ersatz. Unabhängig davon finde ich, dass wir einen guten Geist haben. Das Spiel gegen den HSV war eines, das man nur mit Willen und Geschlossenheit gewinnt. Wenn das auch mit der jüngsten Mannschaft gelingt, die je für Bayer 04 gespielt hat, dann ist das ein gutes Zeichen."

... den Drei-Tages-Rhythmus und die nächsten beiden Spiele: "Gegen Hamburg hat man gemerkt, dass die Mannschaft irgendwann mausetot war. Wenn man am Morgen danach in die Gesichter schaut, ist es schwer vorstellbar, dass die Spieler drei Tage später wieder fit auf dem Rasen stehen sollen. Vor der Begegnung gegen den HSV hatten wir nur zwei Tage Pause. Und das war eine besonders intensive Partie. Die Jungs sind an ihre Grenzen gegangen, aber das müssen wir auch weiterhin. Mit einer Topleistung ist am Donnerstag noch etwas möglich. Am Sonntag wollen wir in der Bundesliga in Stuttgart nachlegen. Nach Ostern werden dann hoffentlich Lars Bender, Kevin Kampl und Charles Aránguiz bald zurückkommen."

... den drohenden Wechsel von Chicharito, wenn Bayer nicht international spielt, oder ein Verein eine entsprechende Ablöse bezahlt: "Er ist ein Spezialfall. Er hat sich für drei Jahre an den Verein gebunden. Sein Wechsel war für beide Seiten ein Erfolg. Er ist seit langem wieder fester Bestandteil einer Mannschaft und hat das direkt mit Toren zurückgezahlt. Wenn es so sein sollte, dass sich eine Situation ergibt, dass er wechselt, dann müssen wir darauf vorbereitet und in der Lage sein, das zu kompensieren."

... über Jonathan Tahs Entwicklung und seine EM-Chancen: "Er hat fast alle Pflichtspiele gemacht. Das Außergewöhnliche an ihm ist nicht, dass er gut, sondern dass er mit einer großen Zuverlässigkeit spielt. Er bietet immer eine Sockelleistung, die top ist, und setzt dann noch mal Spitzen obendrauf. Konstanz ist ein riesiges Qualitätsmerkmal - und das besitzt er bereits in jungen Jahren, was extrem außergewöhnlich ist. Ob er mit zur EM-Endrunde reist, muss der Bundestrainer entscheiden. Aber wenn es nicht zu früh ist, in Barcelona zu spielen, warum soll es dann zu früh sein, bei der EM dabei sein?"

... über die Verletzungen und mögliche Lehren daraus: "Wir betreiben einen Riesenaufwand, versuchen in punkto Ernährung, Reha und Prophylaxe alles auszuschöpfen und die Spieler bestmöglich vor Verletzungen zu schützen. Durch die zurückliegende Saison sind wir gut durchgekommen, dieses Jahr haben wir viele Verletzte. Aber umso mehr man spielt, umso höher ist das Risiko. Da mache ich niemandem einen Vorwurf.

... seine Ziele mit Bayer 04: "Dass wir gefestigter in unserer Spielweise und in unserer Mentalität werden. Das ist zwingend erforderlich, um Außergewöhnliches zu erreichen. Wir sind in der Lage, in Barcelona zu bestehen und nicht mit sieben Gegentoren nach Hause zu fahren. Genauso haben wir in fünf Partien gegen Bayern München nur ein Gegentor aus dem Spiel heraus kassiert. Aber wir setzen es eben nicht in jedem anderen Spiel um. Dahin müssen wir uns entwickeln. Wir müssen konstanter werden auf hohem Niveau."

Sport Seite

Zusammengefasst von Stefanie Sandmeier

Quelle: RP
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